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Glossar / Definitionen

Erklärungen von Begriffen, Bezeichnungen und Eigennamen, denen Sie in den Sonnwandeln-Ausgaben begegnen.

Bei manchen Begriffen existiert nicht eine allgemein gültige Definition (z.B. Seele, Ego usw.); dann steht nachfolgend diejenige Bedeutung, die den Texten von Sonnwandeln zugrunde liegt. Es sind knapp gehaltene Erläuterungen; umfassendere und weiterfĂĽhrende Informationen finden Sie, wenn Sie den betreffenden Begriff bei Wikipedia oder bei einer Suchmaschine (z.B. Google) eingeben.

A B C D E F G H I J KL M N O P Q R S T U V W X Y Z

A

Advaita-Vedanta Sanskrit: Advaita = nicht zwei; Vedanta = Vollendung des Veda (Veda = Wissen, Sammlung hinduistischer heiliger Schriften). Der Advaita-Vedanta ist eine monistische Lehre, welche besagt, dass es nur Eines gibt (das Göttliche): alles ist das Göttliche, die Erscheinungsformen in der Welt sind Maya (Illusion). Die Aufgabe des Menschen ist es, aus der Illusion zu entkommen und diese Einheit zu erkennen. Der wichtigste Vertreter des Advaita-Vedanta ist Shankara.
von Akko, Isaak Rabbi und Kabbalist aus dem 13./14. Jahrhundert der Schule von Segovia; verfasste unter anderem einen Kommentar über das Buch der Schöpfung (Sefer Yetzirah).
Al-Ghasali
(Al-Ghazali)
(Abu Hamid Al-Ghasali) Persischer Philosoph, Mystiker und Theologe (1058-1111). Als "Wiederhersteller des Glaubens" bringt er ein bereinigtes sufistisches Element in den Islam ein, gründend auf der Liebe zu Gott, die es dem Menschen ermöglicht, die selbstsüchtigen Wünsche aufzugeben. Sein Hauptwerk "Die Wiederbelebung der Wissenschaften von der Religion" hat die Frömmigkeit der Muslime stark beeinflusst.
Al-Halladsch, Mansur (auch al-Hallaj). Persischer Sufi des 9./10. Jahrhunderts. Er fiel durch seine radikale Meinungen auf und wurde von den orthodoxen Muslimen als Ketzer bezeichnet und öffentlich gekreuzigt. Sein berühmtester Ausspruch: "Ich bin die Wahrheit" (ana al-haqq), womit er die Einswerdung mit dem Göttlichen meinte.
Ali ibn Abi Talib Kalif im Islam des 7. Jahrhunderts n.Chr. (1. Jahrhundert der islamischen Zeitrechnung); seine Söhne Hassan und Hussein sind bedeutend im Islam.
Ananda Sanskrit für Glückseligkeit, die reine Freude des Göttlichen, zusammen mit Sat (reines Sein, Existenz) und Chit (reines Bewusstsein, auch Wissen) wird es zu Sacchitananda = die Beschreibung des eigentlich unbeschreibbaren Brahman (das Göttliche, das Absoute)
Aristoteles (384-322 v.Chr.) Griechischer Philosoph und Naturforscher mit eigener Schule in Athen.
Arjuna Krieger im indischen Epos Bhagavad Gita; er erhält Belehrungen über Yoga direkt von Krishna.
Ashram (Sanskrit: Ort der Anstrengung) Bezeichnet ein klosterähnliches spirituelles Zentrum eines Lehrers (Guru).

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B

Bach-Blüten Essenzen, die bis heute nach den Anweisungen von Dr. Edward Bach (1886-1936) hergestellt werden. Ihre Wirkung beruht auf der Harmonisierung von Seelenzuständen (Angst, Kummer, Gleichgültigkeit, Unentschlossenheit, Mutlosigkeit usw.), d.h. der „negative“ Zustand wird mit der positiven Schwingung der entsprechenden Blütenessenz überlagert und ins Positive gewandelt (z.B. Unentschlossenheit in Standhaftigkeit, Kummer in Freude usw.).
Baha'i Die jüngste der Weltreligionen, die in vielen Ländern verbreitet ist und rund 7,5 Millionen Gläubige zählt, hat mystischen Charakter, ist sozial und tolerant. Sie geht auf Baha'u'llah zurück und hatte ihren Ursprung im 19. Jahrunderts.
Bhagavad Gita "Gesang des Erhabenen", ein im 1. oder 2. vorchristlichen Jahrhundert verfasster spiritueller Text aus Indien; er ist der populärste heilige Text im Hinduismus und wurde in unzählige (auch westliche) Sprachen übersetzt. Viele Kapitel der Bhagavad Gita befassen sich mit den Situationen und den Problemen des konkreten Lebens.
Bhakti-Yoga Bhakti (Sanskrit) = Liebe. Im Bhakti-Yoga erlangt der Mensch die Offenbarung Gottes (Erleuchtung) durch seine Liebe zum Göttlichen. Im Islam ist es die mystische Richtung des Sufismus, die diesen Weg der Liebe geht.
Brahman Der Eine, absolute, transzendente Gott im Hinduismus (auch der Hinduismus ist im Grunde genommen eine monotheistische Religion: Die vielen Gottheiten sind nur Emanationen oder Aspekte des einen Gottes).
Brahmane Angehöriger der obersten Kaste im indischen Kastensystem, ursprünglich religiöser Lehrer und Priester; heute üben die Brahmanen jeden Beruf aus.
Bruder Lorenz Laurentius von der Auferstehung, französischer Karmelitermönch des 17. Jahrhundert; sein klösterliches Leben war geprägt davon, auch die alltäglichen Handlungen "in Gottes Gegenwart" zu vollbringen, d.h. mit dem Bewusstsein stets im Göttlichen zu weilen. Viel Schriftliches ist von ihm nicht erhalten; es wurde gesammelt von Gerhard Tersteegen im 18. Jahrhundert in seinem Werk "Lebensbeschreibungen heiliger Seelen" herausgegeben.
Buddha Die Bezeichnung Buddha (Sanskrit: der Erwachte, der Erleuchtete) wird allgemein für einen Menschen verwendet, der die Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburt erlangt hat (Nirwana). Er bezeichnet vor allem den historischen Buddha, Siddharta Gautama, der rund fünf Jahrhunderte v. Chr. den Buddhismus begründet hat.

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C

Caddy, Eileen (1917 – 2006) Sie gründete zusammen mit ihrem Mann Peter und Dorothy Maclean Anfang der 1960-er Jahre die Findhorn-Gemeinschaft in Schottland, wo Menschen nach den damaligen Vorstellungen des New Age-Zeitalters spirituell und naturverbunden zusammenleben.
Chit Sanskrit für reines Bewusstsein, auch Wissen, des Göttlichen, zusammen mit Sat (reines Sein, Existenz) und Ananda (reine Glückseligkeit) wird es zu Sacchitananda = die Beschreibung des eigentlich unbeschreibbaren Brahman (das Göttliche, das Absoute)
Cordovero Moses Jüdischer Mystiker und Kabbalist des 16. Jahrhunderts, der in Galiläa lehrte und verschiedene spirituelle Schriften verfasste. Schüler von Isaak Luria.

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D

Drewermann, Eugen Deutscher Theologe und Psychoanalytiker, geboren 1940. Er verfasste zahlreiche Werke, darunter Interpretationen des Markus-Evangeliums und von Märchen und übersetzte unter anderem auch die Evangelien nach Matthäus und Johannes neu. Wegen seinen von der katholischen Kirchenlehre abweichenden Meinungen (er legt die Bibel hauptsächlich tiefenpsychologisch aus), wurde ihm 1991 die Lehr- und 1992 die Predigtbefugnis entzogen. 2005 trat Drewermann aus der katholischen Kirche aus. Er ist heute Lehrbeauftragter der Universität Paderborn und als Seelsorger tätig.
Dschami, Abdurrahman (auch: Jami) Persischer Sufi-Mystiker des 15. Jahrhunderts nach Christus. Er hat zahlreiche Gedichte, Geschichten und philosophische Schriften verfasst.

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E

Ego Lateinisch "Ich". In der Spiritualität als das "niedere Ich" verstanden, im Gegensatz zum "Höheren Selbst". Das Ego besteht aus dem körperlichen Element, dem mentalen Element und dem vitalen Element; oft empfindet man in sich selbst diese verschiedenen "Ichs", von denen einmal dieses und einmal jenes die Vorherrschaft hat.
Egoisch/
egoistisch
Egoisch wird als Adjektiv zu Ego verwendet im Sinne von "zum Ego gehörend", ohne die negative Wertung, die in "egoistisch" (Adjektiv zu Egoismus) steckt. So ist ein egoischer Wunsch z.B. nicht unbedingt egoistisch – doch ein Hindernis auf dem spirituellen Weg.
Existenzangst Die grundlegende Angst, das Leben (materiell, psychologisch) nicht zu meistern; sie äussert sich hauptsächlich in Angst vor Künftigem und Angst vor Veränderungen. Existenzangst lässt sich durch Urvertrauen am wirksamsten beseitigen; eine weitere wichtige Grundlage gegen die Existenzangst ist der Gleichmut.

F

Firdousi
(auch: Ferdousi)
Persischer Dichter (940-1020), verfasste unter anderem das Epos Schahname.

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G

Gleichmut Gleichmut ist eine positive Gleichgültigkeit gegenüber Ereignissen, Situationen, Zuständen usw. Wir werten nicht mehr als "angenehm/unangenehm" oder "geliebt/verhasst", sondern nehmen beides gleichermassen als neutral an.
Gnade Gnade bezeichnet ein "Geschenk" des Göttlichen, das nicht auf Bemühen oder Verdienst beruht und (wie die "Erleuchtung") nicht erzwungen werden kann. Gnade ist nicht an menschliche Vorstellungen wie Gerechtigkeit oder Belohnung/Strafe gebunden und unterliegt ebensowenig dem Karma-Gesetz.
Gott,
das Göttliche
Der Begriff "Gott" hat bei uns oft einen "kirchlichen" Beigeschmack und viele Menschen verbinden damit einen willkürlichen, strafenden Gott und Lehren von Sünde und Hölle usw. Deshalb verwenden wir in Sonnwandeln ausschliesslich den Begriff "das Göttliche" und verstehen darunter die Höhere Macht, das Absolute, der Erhabene, die Wahrheit – oder wie jeder Mensch diese höchste Instanz nennen mag (was im Hinduismus "Brahman" heisst, nicht zu verwechseln mit Brahma, einem Gott unter anderen).
Guna Die drei Gunas Tamas, Rajas und Sattwa sind nach indischer Philosophie die Wirkprinzipien der Prakriti. Tamas ist das Prinzip der Trägheit und Unwissenheit, Rajas das Prinzip der Tatkraft und Leidenschaft und Sattwa das Prinzip der Weisheit und Tugend. Die drei Gunas wirken in der Schöpfung und folglich auch im Menschen: nicht Ich bin der Handelnde, sondern die Gunas wirken in mir.

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H

Hafis
(auch: Hafes)
(auch Muhammad Schams ad-Din) persischer Sufi-Mystiker des 14. Jahrhunderts, vor allem durch seinen Diwan bekannt (Goethe machte ihn zum "West-östlichen Diwan") . Seine Lyrik, die vordergründig von Jagd, Wein und Liebe handelt, wird oft missverstanden als Anpreisung sinnlicher Lüste, ist hingegen auf der mystischen Ebene allegorisch zu verstehen als Liebe und Trunkenheit zu Gott.
Hinduismus Vor allem in Indien verbreitete Religion; ist in ihrer philosophischen Ausprägung eine monotheistische Religion: Die vielen Gottheiten sind nur Emanationen oder Aspekte des einen Gottes, die in der Volksreligion verehrt und angebetet werden.
Höheres Selbst Wird manchmal synonym für Seele oder Geist verwendet; bei Sonnwandeln unterscheiden wir zwischen Seele und Höherem Selbst: Das Höhere Selbst ist das unveränderliche Göttliche in uns, wir können auch sagen: Das Höhere Selbst ist das Transzendente Göttliche. Die Seele ist der göttliche Kern in uns, der sich durch die Evolution (auch durch die verschiedenen Wiedergeburten) verändert und die Wiedervereinigung mit dem Göttlichen anstrebt.

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I

Innere Stimme Die innere Stimme ist die Stimme unserer Seele, die uns den Weg zum Göttlichen weist. Sie äussert sich meistens nur sehr leise und wird leicht mit der Stimme des Ego verwechselt. Die innere Stimme vernehmen wir oft in der Form eines leichten Unbehagens, wenn wir im Begriff sind etwas zu tun, was unserem spirituellen Weg zuwiderläuft; es ist jedoch meistens nur eine sehr kurze Wahrnehmung und wenn wir nicht sofort darauf hören, verstummt sie.
Inneres Wesen Das innere Wesen des Menschen gehört zum Höheren Bewusstsein; es steht zwischen Ego und Seele. Es besteht aus den gleichen Elementen wie das Ego, jedoch in ihrer höheren Form (inneres Körperliches, inneres Vitales, inneres Mentales). Das innere Wesen sendet (wie die Seele auch) Impulse an unser äusseres Bewusstsein und versucht unser Verhalten zu lenken.

J

Jiva (Sanskrit: Leben), auch Jivatman, ist in der indischen Philosophie die Individualseele, ein Teil des Göttlichen oder nach der monistischen Advaita-Lehre das Göttliche selbst, mit dem Göttlichen identisch, da Es unteilbar ist.

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K

Kabbala (Hebräisch: Überlieferung) Die Kabbala ist die mystische Richtung des Judentums, und sucht – wie jede mystische Richtung – die unmittelbare Erfahrung des Göttlichen. Die bedeutendste kabbalistische Schrift ist der im 13. Jahrhunderte entstandene Sohar (Das Buch des Glanzes), das vermutlich vom Spanier Mosche de Leon verfasst wurde. Heutzutage sind pseudo-kabbalistische Richtungen sehr populär, eine Anhängerin ist u.a. auch der Popstar Madonna.
Karma-Gesetz Es besagt, dass jede Tat, auch die unbedeutendste, eine Wirkung auf den Täter hat, in diesem oder einem künftigen Leben (impliziert den Glauben an die Wiedergeburt), in dem Sinne, dass eine gute Tat Gutes und eine böse Tat Böses bringt. Es wird im Volksglauben oft als ein unverrückbares Gesetz betrachtet; es gibt im Hinduismus allerdings auch philosophische Richtungen (z.B. der integrale Yoga von Sri Aurobindo), die eine Göttliche Gnade kennen, welche in das Karma-Gesetz eingreifen kann.
Karma-Yoga = Yoga des Handelns. Die Gottesverwirklichung wird bei dieser Yogaform erlangt, indem das Handeln uneigennützig erfolgt. Uneigennützig bedeutet nicht, wie es oft missverstanden wird, dass wir "gute" Taten vollbringen oder uns gemeinnützig zum Wohl der Allgemeinheit betätigen sollen, sondern dass wir mit unserem Handeln keine egoischen Ziele verfolgen: Wir tun in jedem Augenblick, was zu tun ist, überlassen jedoch das Ergebnis unseres Handelns dem Göttlichen, d.h. wir sind gleichmütig gegenüber Erfolg/Misserfolg und nehmen an, was auch immer uns gegeben wird.
Khan, Inayat Indischer Sufi-Mystiker (1882-1927). Ab 1910 bereiste er viele Länder der westlichen Welt und gründete in den USA einen internationalen Sufi-Orden, der Pazifismus, Toleranz und Offenheit für andere Religionen mit einschliesst.
Krishna Hinduistische Gottheit, wird in der Bhagavad Gita als der Eine betrachtet (die einzige, absolute Gottheit); gilt anderswo auch als Emanation von Vishnu, einer der drei Hauptgottheiten neben Shiva und Brahma (Brahma nicht zu verwechseln mit Brahman, dem Absoluten, d.h. dem Einen).
Krishnamurti, Jiddu Indischer Philosoph, geboren 1895 in Indien, gestorben 1986 in den USA. Aus einer Brahmanen-Familie stammend, folgte er in England theosophischen Lehren und integrierte auch psychologische Erkenntnisse. Er reiste viel und hielt Vorträge. Eine seiner Kernbotschaften war, dass jeder seinen eigenen Weg zur absoluten Wahrheit finden muss, keine Religion und kein Lehrer kann dahin führen.

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L

Liä Dsi (Liezi) (auch Lieh Tzu oder Liä-Tse, Meister Lie) Chinesischer Philosoph (um 450 v. Chr.) der taoistischen Richtung; das Werk "Das wahre Buch vom quellenden Urgrund" wird ihm zugeschrieben und nach ihm auch "Liä Dsi" genannt.
Luria, Isaak Jüdischer Kabbalist des 16. Jahrhunderts nach Christus, interpretierte die Kabbala neu, schrieb jedoch selber nichts nieder; das taten seine Schüler. Zu ihnen gehörte auch Moses Cordovero.

M

Maimonides Moses Maimonides (1138-1204), jüdischer Philosoph und Rechtsgelehrter im maurischen Spanien, wanderte später nach Marokko aus, lebte dann in Jerusalem und schliesslich in Ägypten.
Maya = Illusion, Zauberei (Sanskrit). Im HInduismus ist es die Illusion, die uns vorgaukelt es gebe ein Göttliches und eine Schöpfung – in Wahrheit gibt es nur das Eine, das Absolute. Maya wird auch als Göttin personifiziert.
Meister Eckhart Eckhart von Hochheim, bekannt als Meister Eckhart (ca. 1260–1327), war einer der bedeutendsten Theologen und Mystiker des christlichen Mittelalters.
The Mother Geboren in Paris als Mirra Alfassa (1878-1973), lebte sie seit dem Ende des 1. Weltkriegs in Indien im Ashram von Sri Aurobindo, dessen Leitung er ihr 1926 übertrug; sie wurde, als Mutter des Ashrams, "The Mother" genannt und unter diesem Namen sind ihre Werke erschienen.1968 gründete sie Auroville, die "universelle" Stadt zum integralen Zusammenleben, ein von der UNESCO unterstütztes Projekt. Ihre spirituellen Lehren gab sie in Gesprächen, Briefen und anderen Schriften weiter, die in Form zahlreicher Bücher herausgegeben wurden.

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N

Nirwana Unter Nirwana (Sanskrit) oder Nibbana (Pali) versteht man das Erlöschen aller Faktoren (Gier, Anhaftung usw.), die uns im Kreislauf der Wiedergeburten gefangen halten; es ist das Heilsziel des buddhistischen Glaubens.

O

Ouspensky, P.D. Geboren 1878 in Moskau, gestorben 1947 in England. Er beschäftigte sich mit Theosophie, Mystik, Yoga, Magie und wurde ein Schüler Gurdjieffs; er schrieb mehrere Bücher, in denen er einen eigenständigen esoterisch/spirituellen Weg erklärte.

P

Patanjali Indischer Weiser, von dem nichts weiter bekannt ist, als dass er die bekannten Yoga-Sutras verfasst haben soll. Diese 195 Verse beschreiben einen achtstufigen Weg und stellen einen Leitfaden dar für den Yoga, der als Raja Yoga oder Ashtanga Yoga bezeichnet wird.
Platon Altgriechischer Philosoph des 4./3. Jahrunderts vor Christus. Die Hauptfigur seiner Werke, die nicht als Lehrschriften, sondern in der Dialogform gehalten sind, ist sein Lehrer Sokrates.
Prakriti (Sanskrit: Natur) In der dualistischen indischen Philosophie (Samkhya) ist Prakriti die in der Schöpfung durch die drei Gunas wirkende Kraft des Göttlichen, im Gegensatz zum transzendenten Göttlichen (Purusha). Als höhere Göttliche Kraft wird sie auch als Shakti (Sanskrit: Kraft) bezeichnet.
Purusha (Sanskrit: Mensch, Urseele) In der dualistischen indischen Philosophie (Samkhya) ist Purusha der Geist, das transzendente Göttliche, der unbewegte Zuschauer des Wirkens der Prakriti, der dieses zulässt, trägt und geniesst, ohne einzugreifen.

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R

Rabbi Hebräisch für Meister, Lehrer (Aramäisch: Rabbuni). Der Rabbiner ist ein jüdischer Schriftgelehrter, heute in der jüdischen Gemeinde oft auch mit priesterlichen und seelsorgerischen Aufgaben betraut. Auch Jesus wurde mit Rabbi angesprochen.
Ramakrishna Hinduistischer Mystiker des 19. Jahrhunderts, Priester eines Kali-Tempels. Er lebte eine Zeitlang auch nach dem Christentum und dem Islam um diese Religionen für sich zu erfassen und bezeugte: "Es ist derselbe Gott, zu dem alle streben." Sein bekanntester Schüler ist Vivekananda.
Rumi Dschalaluddin Rumi, Sufi-Mystiker, geboren 1207 im damaligen Persien (heute Afghanistan), gestorben 1273 in der heutigen Türkei. Gründer des Mevlevi-Derwischordens, wurde von seinen Jüngern Mevlana (Herr) genannt. Er verfasste mystische Gedichte, bekannt besonders sein Mesnevi, und belehrende Prosawerke.

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S

Sai Baba Sathya Sai Baba, geboren 1929 in Südindien ist ein populärer Guru mit Millionen Anhängern in aller Welt; Tausende von ihnen besuchen jedes Jahr seine Ashrams in Indien.
Sat Sanskrit für reines Sein, Existenz des Göttlichen, zusammen mit Chit (reines Bewusstsein, auch Wissen) und Ananda (reine Glückseligkeit) wird es zu Sacchitananda = die Beschreibung des eigentlich unbeschreibbaren Brahman (das Göttliche, das Absoute)
Schicksal Synonym ist das Wort "Geschick" = das, was uns geschickt wird. Es impliziert das Vorhandensein einer Höheren Macht, die unser Schicksal lenkt, und manchmal eine gewisse Vorbestimmung, der wir uns nicht entziehen können. Wird oft in negativem Sinne verwendet (Schicksalsschlag), während für ein angenehmes Schicksal eher der Begriff "Fügung" eingesetzt wird.
Seele Göttlicher Kern in uns, der sich durch die Evolution (auch durch die verschiedenen Wiedergeburten) verändert und die Wiedervereinigung mit dem Göttlichen anstrebt. Es ist der Teil in uns, aus welchem die "innere Stimme" kommt, der Teil der uns zum Guten antreibt und die Elemente des Ego von ihrer niederen Form in eine höhere (Göttliche) zu verwandeln sucht.
Self-fulfilling
prophecy
= selbsterfüllende Prophezeiung. Es ist eine Prophezeiung, die sich verwirklicht, weil die betreffende Person daran glaubt, möglicherweise weil sie sich wegen ihrer Überzeugung anders verhält, als sie es normalerweise tun würde, oder weil gedankliche Energien wirken und die Ereignisse beeinflussen.
Shakti Die Wirkkraft des Göttlichen in der Schöpfung; als "mechanische" Wirkkraft durch die drei Gunas im Vordergrund wird sie Prakriti genannt, in ihrer höheren Form (als Kraft im Hintergrund) Shakti. Man kann sie auch als das weibliche Prinzip des Göttlichen bezeichnen, während der Purusha, das transzendente Göttliche, das männliche Prinzip darstellt.
Shankara genannt Shankaracharya (acharya, Sanskrit: Meister). Bedeutender indischer Philosoph (8./9. Jahrhundert nach Christus) der Advaita-Lehre.
Sinn des Lebens Als Sinn des Lebens lässt sich biologisch die Evolution erkennen, d.h. die Entwicklung der Arten von der unbelebten Materie über Einzeller, einfache Lebewesen bis hin zum Homo sapiens. Spirituell gesehen ist ebenfalls die Evolution der Sinn des Lebens: die "innere" Entwicklung, also die Entwicklung unserer Seele zum Göttlichen hin, die Entwicklung unserer Bewusstheit vom Nicht-Wissen zum All-Wissen, die Vereinigung unseres Göttlichen Kerns mit dem Transzendeten Göttlichen oder wie immer man diesen Prozess nennen mag. Wir können diesen Prozess bewusst beschleunigen, indem wir uns auf der spirituellen Ebene bemühen und unser Leben als eine Schule betrachten, oder ihn unbewusst über uns ergehen lassen und uns sozusagen dem "Lauf der Natur" unterwerfen.
Sohar (Hebräisch: Glanz) Bedeutendstes Werk der Kabbala, grösstenteils auf Aramäisch verfasst, enthält vor allem Kommentare zur Tora. Als Autor gilt Schimon ben Jochai, ein Rabbi des 2. Jahrhunderts; das Werk tauchte allerdings zum ersten Mal gegen Ende des 13. Jahrhunderts in Spanien auf und wird deshalb dem Kabbalisten Mosche de Leon zugeschrieben.
Sokrates Altgriechischer Philosoph des 5./4. Jahrhunderts vor Christus; er wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet, weil er die herkömmlichen Götter nicht anerkannte. Sokrates selber hat nichts Schriftliches hinterlassen; nur seine Schüler, wovon der herausragendste Platon war, haben uns seine Lehre überliefert.
Sri Aurobindo Indischer Philosoph und Mystiker (1872 - 1950), Begründer des integralen Yoga, der unter anderem auf dem Karma-Yoga beruht und nicht den Rückzug von der Welt und die Vernichtung des Ego fordert, sondern dessen Transformation zum Höheren.
Sufismus Mystische Richtung im Islam, die wiederum in verschiedene Schulen aufgeteilt ist. Bekannte Vertreter des Sufismus sind Ibn Arabi, Al-Ghasali, Rumi und Rabi'a.
Sünde Volksetymologisch stammt das Wort aus dem germanischen sund = Trennung. Der griechische Ausdruck harmartia aus dem Neuen Testament bedeutet "Verfehlen des Ziels", das lateinische peccus heisst "unsicherer Schritt, schlechte Standhaftigkeit". Diese drei Bedeutungen treffen den Kern der Sache wesentlich besser, als unsere landläufige Vorstellung von Sünde als ein Vergehen gegen Gottes Gebote – nämlich als Fehltritt, durch welchen wir uns von unserem Höheren Selbst trennen.

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T

Tagore,
Rabindranath
Indischer Dichter und Philosoph (1861-1941), erhielt 1913 den Nobelpreis für Literatur.
Talmud Der Talmud ist eines der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums, viel umfangreicher als die Bibel. Er besteht aus dem "Babylonischen Talmud" und dem "Palästinensischen (oder Jerusalemer) Talmud" und enthält die Mischna (Offenbarung Gottes an Moses) sowie Analysen und Kommentare dazu. Der Talmud entstand im 2. Jahrhundert n.Chr., wurde in den folgenden Jahrhunderten kontinuierlich erweitert und ergänzt.
Tschuang Tse (auch Dschuang Dsi oder Zhuangzi) Taoistischer Philosoph aus dem 4. Jahrhundert vor Christus; er soll ein Schüler eines Schülers von Konfuzius gewesen sein. Sein Werk "Das wahre Buch vom südlichen Blütenland" gilt als das zweite Hauptbuch der taostischen Mystik.

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U

Urangst Die sich im Menschen mit Erstarken des Ego in den ersten Kindheitsjahren bildende Angst vor der Existenz, zurückzuführen auf die Angst vor dem Leiden; sie kann sich nebst einer allgemeinen Existenzangst (auch Angst vor der Zukunft, vor Veränderungen) ebenfalls in verschiedenen Einzelaspekten manifestieren (Höhenangst, Angst vor engen oder überfüllten Räumen usw.). Urangst lässt sich nur durch Urvertrauen endgültig beseitigen.
Urvertrauen Das grundlegende Vertrauen, dass wir in unserem Leben alles bekommen, was wir brauchen, und dass alles stets so kommt, wie es gut für uns ist. Urvertrauen basiert meistens auf dem Glauben an eine Höhere Macht, die unser Leben lenkt und für uns sorgt.

V

Vivekananda Svami Vivekananda (1863 - 1902), indischer Mystiker, Schüler Ramakrishnas, verbindet den Glauben an einen persönlichen Gott mit dem an den unpersönlichen Gott. Er fordert, wie Jesus, sich ganz auf das "Königreich Gottes" zu konzentrieren, alles andere werde uns gegeben: "Alles kommt zu dem, der sich um nichts sorgt."

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Y

Yoga Abgeleitet von der Sanskrit-Wurzel yuy, bedeutet Yoga wörtlich "einigen, verbinden" (verwandt mit dem lateinischen" jungere" und dem deutschen "Joch"). Unter Yoga versteht man jede Form von spirituellem Weg und spiritueller Übung, nicht nur das bei uns verbreitete Hatha Yoga (Yoga der Körperhaltungen). Die bekanntesten Yoga-Formen sind Bhakti-Yoga, Jnana-Yoga und Karma-Yoga. Oft werden verschiedene Yoga-Formen gleichzeitig praktiziert, um die Gottesoffenbarung (Erleuchtung) zu erlangen.
Yogananda Paramahansa Yogananda (1893-1952), indischer Guru, der in die USA auswanderte und 1925 in Los Angeles die Self-Realization Fellowship gründete, die bis heute besteht und die Lehren von Yogananda verbreitet.

Z

Zufall Kommt von zu-fallen = das, was uns zu-fällt. Bezeichnet Ereignisse, die nicht als Folge bestimmter Ursachen erkennbar sind. Alles, was uns zufällt, hat den Sinn uns zu lehren und uns unserem Göttlichen Ziel näher zu bringen.

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