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Auszug aus dem Leitartikel von Sonnwandeln Nr. 14 "Meine innere Stimme"

Die innere Stimme
Die meisten Menschen haben schon einmal etwas wie eine Vorahnung oder eine Eingebung erfahren, eine "Mitteilung" also aus einer unbestimmten Quelle über ein bevorstehendes Ereignis, eine zu treffende Entscheidung, eine Handlung. Auch Worte, die uns ohne zu denken über die Lippen kommen, von denen wir dann meinen: "Ich weiss nicht, warum ich das gesagt habe" gehören zu diesen Phänomenen. Manchmal reagieren wir spontan, nicht unserer gewohnten Verhaltensweise entsprechend und wundern uns nachher, dass wir dazu in der Lage oder mutig genug dafür waren. Ferner kennen wir alle die Situationen, bei denen wir in "etwas getrieben" werden: Wir handeln entgegen jeder Vernunft oder wir spüren, dass wir keine Wahl haben, "es einfach tun müssen".
Viele dieser Erscheinungen können wir unserer inneren Stimme zuschreiben. Sie ist die Stimme unserer Seele, die zu uns spricht, um uns zu leiten auf unserem Lebensweg, auf unser Göttliches Ziel zu. Sie ist es, die uns an Erfahrungen heranführt, unsere Entscheidungen in die Richtung beeinflusst, die gut für uns ist. In christlichem Sinne stellt sie auch unser Gewissen dar, das uns ermahnt, wenn wir unrecht denken oder handeln.
Oft ist sie jedoch eine leise Stimme, die sich nicht wiederholt, wenn wir nicht sogleich auf sie hören. Und sie äussert sich nicht so klar und deutlich, wie wir es gerne hätten, nicht mittels Worten und der uns vertrauten Sprache, sondern vielmehr mit Empfindungen, unbestimmten Wahrnehmungen, inneren Zeichen. Deshalb ist sie einerseits nicht leicht zu vernehmen und andererseits, selbst wenn wir sie hören, nicht so eindeutig von anderen Stimmen zu unterscheiden.

Unsere innere Stimme erkennen ist Übungssache
Wir alle besitzen die innere Stimme – ebenso wie wir alle eine Seele besitzen! – und es trifft nicht zu, dass sie beim einen Menschen besser ausgebildet ist als bei einem anderen, wie das beispielsweise für die Sinne (Hören, Sehen usw.) zutrifft. Der Unterschied liegt nur darin, dass die einen wachsamer sind, vielleicht auch offener und eher gewillt, mit ihr in Berührung zu kommen als andere. Ihre "Sprache" zu verstehen kann man indes üben, kennt man einmal ihre Eigenheiten (siehe "Vertiefende Aspekte" auf den Seiten 4 und 5). Überaus ermunternd ist, dass der Lernprozess nicht linear, sondern exponentiell verläuft, das heisst: Die ersten Schritte sind klein und wir müssen uns darum bemühen, aufmerksam und wach sein, die innere Stimme auch bewusst "befragen"; doch je häufiger wir auf sie hören, desto deutlicher spricht sie zu uns! Bis wir uns überhaupt nicht mehr anstrengen müssen und sie zu unserem ständigen Begleiter wird.

Der inneren Stimme gehorchen, ohne zu Zweifeln
Das grösste Hindernis sind unsere Zweifel. Wir sind es so gewohnt und es entspricht unserer Erziehung, nur auf den Verstand zu bauen (vielleicht hie und da noch auf unseren "Bauch"), dass wir Mühe haben, solch vagen Empfindungen zu vertrauen. "Und wenn es falsch ist?", fragen wir uns sorgenvoll. Wir haben Angst "falsche" Entscheidungen zu treffen oder unrecht zu handeln – sei es aus moralischen Bedenken, sei es weil wir die Konsequenzen fürchten. An dieser Stelle wird nur auf frühere Ausgaben von Sonnwandeln verwiesen, in denen erläutert wurde, dass diese Ängste grundlos sind, weil wir unser "Schicksal" ohnehin nicht in der Hand haben, alles stets so kommt, wie es gut für uns ist, wir handeln sollen, ohne uns um die Ergebnisse zu sorgen, durch unsere Hingabe an das Göttliche wir immer zum Ziel geführt werden...
Und auf eines dürfen wir absolut vertrauen: Die innere Stimme leitet uns nie in die Irre!

Mehr zur Inneren Stimme in Sonnwandeln Nr. 14

 

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