Monatsschrift für spirituelle Entwicklung im Alltagsleben

Erfahrungsberichte zu folgenen Themen:

Angst • • • • • Depression • • • • • Gleichmut • • • • • Schwingungen • • • • • Trennung • • • • • Urvertrauen

 

Thema: Angst

Im Herbst wanderte ich einmal durch Rebberge, die Traubenlese stand kurz bevor, und alles war eingepackt in blaue Netze, damit die Vögel nichts wegpickten.
Eine Frau mit einem Hund kam mir entgegen, ich grüsste sie im Vorbeigehen. Als sie schon einige Meter hinter mir war, rief sie mir nach: "Ich habe sie nicht gestohlen, die Winzerin hat sie mir gegeben!"
Ich verstand nicht, drehte mich um und schaute sie verdutzt an. Da sah ich die Weintraube in ihrer Hand.
Wie die Menschen doch fürchten, be- und verurteilt zu werden, und sich ständig rechtfertigen und um Verständnis heischen!

 

Thema: Depression

Vor einigen Jahren geriet ich in eine Depression – ich weiss nicht, ob sie medizinisch als solche diagnostiziert worden wäre, ich suchte keinen Arzt auf, ich war mir damals auch gar nicht bewusst, dass etwas Gravierendes mit mir nicht stimmte.
Ich verlor das Interesse an allem, wurde apathisch und "funktionierte" nur noch mechanisch, im Beruf, in der Freizeit. Wenn ich morgens aus dem Haus ging und die Strasse überquerte, kamen Gedanken in mir auf, dass es gut wäre, wenn mich ein Auto jetzt überfahren würde. An aktiven Selbstmord dachte ich allerdings nicht.
Ich schildere die Ereignisse jetzt aus dem Rückblick – heute, wo ich meine Lebensfreude längst wieder gefunden habe und glücklich bin. Damals hatte ich jegliche Lebenslust verloren, das wusste ich wohl, aber ich sah keinen Grund, forschte seltsamerweise auch nicht danach, es war einfach, wie es war, und damit hatte ich mich irgendwie abgefunden. Das Leben sagte mir nichts mehr, ich sah keinen Sinn darin, der Tod wäre mir ebenso willkommen gewesen.
Es ist eigenartig: Wenn man darin steckt, sieht man diesen Zustand als normal an; die Erinnerung, dass es doch früher einmal anders war, ist wie weggeblasen, und eine Vorstellung, dass es je wieder anders sein könnte, existiert überhaupt nicht.
Irgendwie – ich weiss heute nicht mehr, wie ich das schaffte – brachte ich nach etwa zehn Monaten die Energie auf, meine Frau zu verlassen; es war wohl der "Mut der Verzweiflung", eine Art letzter Versuch von jemandem, der nichts mehr zu verlieren hat...
Unsere Ehe war schon seit vielen Jahren für mich unerträglich geworden; ich will an dieser Stelle nicht über Gründe oder Schuldzuweisungen sprechen, das tut überhaupt nichts zur Sache. Es ist nicht wichtig, wie die Dinge objektiv sind – für jeden Menschen ist entscheidend, wie er sie empfindet. Und für mich war diese Ehe eben absolut nicht mehr zu ertragen.
Nachdem ich mir eine eigene Wohnung genommen hatte und ausgezogen war, besserte sich mein Zustand so rasch, dass Mediziner wahrscheinlich von einem Wunder sprechen würden! Innerhalb weniger Tage war ich wieder der Alte, traf mich mit Freunden, genoss meine Freizeit, fand wieder Erfüllung im Beruf, und ich fühlte meine Lebensfreude wieder. Der Schritt dahin war zwar schwierig und schmerzhaft gewesen, von Auseinandersetzungen und bösen Worten durch meine Frau geprägt, mit vielen Ängsten verbunden (ich lebte zum ersten Mal allein), doch ich realisierte schnell, dass dieser Schritt meine Rettung war.
Ich erkannte auch bald, dass es die unglückliche, unerträgliche Situation meiner Ehe gewesen war, die mich krank gemacht hatte – oder präziser ausgedrückt: meine Unfähigkeit, entweder die Situation gleichmütig anzunehmen und das Beste daraus zu machen, oder den Mut aufzubringen, die Situation zu ändern. Und ich erinnerte mich, dass meine Seele mir das von Zeit zu Zeit gesagt hatte, doch ich wollte nicht auf sie hören...

Anmerkung der Sonnwandeln-Redaktion: Es soll mit diesem Bericht eines unserer Leser nicht suggeriert werden, dass jede Depression auf erkennbare äussere Gegebenheiten zurückzuführen ist.
Die Schulmedizin geht davon aus, dass Depressionen auch durch biochemische Vorgänge und andere Ursachen ausgelöst werden können.


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Thema: Gleichmut

Als mein Vater in dieser schwierigen Operation war, die schief zu gehen drohte, brachte ich es nicht fertig, für seine Genesung zu beten, die Worte kamen einfach nicht in mein Hirn und schon gar nicht über meine Lippen und wenn ich sie herbeizwingen wollte, wehrte sich alles in mir, schmerzhaft spürbar. Ich konnte nur dafür beten, dass alles so geschehe, wie es für ihn das Beste war, wie der Göttliche Wille es vorsah. Und ich fühlte mich einerseits gleichmütig dabei, kannte aber dieses Gefühl nicht und machte mir Vorwürfe, dass ich nicht um das Leben meines Vaters bat und betete.
Vielleicht ist das analog wie jene Heiler, die sagen, dass sie genau spüren, dass sie für gewisse Patienten einfach nichts tun können und es gar nicht erst versuchen; vielleicht spüren sie einfach, dass ein Höherer Wille es so bestimmt hat – vielleicht habe ich etwas Ähnliches gespürt bei meinem Vater.


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Thema: Schwingungen

Wie stark die Umgebung auf uns Menschen wirkt, wissen alle, die sich mit esoterischen/spirituellen Dingen beschäftigen. Deshalb ist es so wichtig, sich hauptsächlich mit positiven Menschen zu umgeben und seine Aufenthaltsorte sorgfältig auszuwählen.
Ich hatte vor kurzem wieder einmal ein Erlebnis, das diese These bestätigt.
Seit über einem Jahr treffe ich mich alle zwei Wochen mit einem alten Schulfreund; meistens gehen wir in das gleiche thailändische Restaurant zum Essen. Wir fühlten uns dort immer ausgesprochen wohl; sogar mein Freund, der nicht gerade sensitiv ist, äusserte sich mehrmals darüber, dass dort einfach eine gute Atmosphäre herrsche.
Eine junge Thailänderin bediente uns jeweils, sie war ein wahrer Sonnenschein! Freundlich, offen, fröhlich, sie vermittelte uns, und jedem Gast, stets den Eindruck, als wäre sie nur für uns da (selbst wenn das Restaurant voll war) und als wäre es ihre Lebensaufgabe uns zu bedienen und ein bisschen Sonne in unser Dasein zu bringen.
Letzte Woche waren wir wieder dort. Schon beim Eintreten hüllte mich etwas Düsteres ein, obwohl alle Lampen brannten, und ich empfand eine gedrückte Stimmung, obwohl das Lokal voll war und der Geräuschpegel ziemlich hoch.
Ein thailändischer Kellner begleitete uns zu unserem Tisch. Sofort fragten wir ihn, ob seine Kollegin heute nicht da sei. Er seufzte und informierte uns, sie hätte gekündigt und arbeite schon seit zehn Tagen nicht mehr hier – und seither sei die Stimmung unter den Kollegen mies, der Chef sei nur noch wütend und ungerecht und die Gäste hätten ständig etwas auszusetzen, obwohl der Koch doch immer noch der gleiche sei und sich am Essen überhaupt nichts geändert habe.
Es fehlte eben der kleine Sonnenschein – ihre Ausstrahlung war offenbar so stark gewesen, dass sie die ganze Umgebung in eine lichterfüllte Schwingung versetzte, die alles Negative überstrahlt hatte.

 

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Thema: Trennung

Vor zweieinhalb Jahren habe ich meiner 24-jährigen Ehe ein Ende gesetzt, weil ich spürte, dass durch diese Ehe in der ganzen Zeit vieles in meinem Inneren auf der Strecke geblieben war und ich mich von meinem Mann nicht getragen fühlte. Ausschlaggebend war auch die Diagnose einer unheilbaren Krankheit meiner Schwester, die zehn Monate darauf starb.
Mit 18 wurde ich schon Mutter und half gleichzeitig mit, unsere Firma aufzubauen. Mit 22 hatte ich dann drei Kinder und viel Arbeit im Geschäft, vor allem in der Kundenbetreuung – woran ich allerdings auch wachsen, etwas geben und empfangen durfte. Je länger je mehr habe ich gemerkt, dass nicht das Geld, schöne Kleider und das Aussehen wichtig sind, sondern das Annehmen eines jeden Menschen, das innere Leuchten und das Auf-den-Menschen-Zugehen.
Der über zwei Jahre währende Scheidungskampf forderte aber das Äusserste von mir und stürzte mich zeitweise in eine schwere Krise. Letzte Woche fand endlich die Gerichtssitzung für die Scheidung statt.
Mein Ex-Mann war sehr gut drauf, da ich keinerlei Forderungen an ihn stellte, weder Monatsabfindungen für die 24 Jahren Ehe, noch die Kosten meines Anwalts oder anderes. Da er vor einem guten halben Jahr noch schnell den Privatkonkurs einreichte (und zwei Monate später eine GmbH gründete!), kann ihm nichts genommen werden und er kann auch nichts zahlen... ja, die lieben gekränkten Männer! Ich empfinde aber keinen Hass gegen ihn,  er tut mir vielmehr leid, weil er immer noch nichts gelernt hat. Wichtig für mich ist, dass ich jetzt geschieden bin und mein Leben neu gestalten kann.
Eine Besprechung mit der Bank stand allerdings noch an, da mir mein Mann dazumal zwei alte Gebäude geschenkt hatte, die jetzt wegen seines Konkurses total überschuldet sind, sodass ich nur Pflichten und keine Rechte habe! Doch auch das hat sich zum Guten gewendet: Ich konnte der Bank alles zurückgeben zum Verkauf oder zur öffentlichen Versteigerung. So habe ich jetzt zwar keine Liegenschaften mehr, dafür aber auch keine Schulden und bin sozusagen „nackt“ aus allem herausgekommen. Im finanziellen und materiellen Bereich mag ich als Verliererin erscheinen, im inneren Wachstum und in Bezug auf die Lebenserfahrung fühle ich mich als grosse Siegerin: Ich bin jetzt frei, verfüge über eine herrliche Gesundheit und empfinde Achtung vor mir selber.
Ich will zwar nicht überheblich klingen – doch ich freue mich zutiefst! Und ich danke dem Göttlichen, das mich führt und leitet und zur rechten Zeit Zeichen setzt, auch wenn sie manchmal hart und schwer zu ertragen sind. Es ist gut für mich. Mein Leben ist so spannend und schön geworden!
Als Dank für diese Göttliche Führung während der Scheidungszeit fahre ich demnächst nach Lourdes, um bei der Krankenbetreuung mitzuhelfen. Ich gehe allein, kenne niemanden und es soll für mich nicht eine Ferienreise sein, sondern ein Erleben und Einkehren in die Tiefen meines Ichs.
Das war bisher nur ein kleiner Teil meiner Lebensschule, die ich erfahren durfte. Obwohl ich mich in den 24 Ehejahren oft gefragt habe „Warum gerade ich?“, ist mir heute bewusst, dass alles in meinem Leben einen Sinn gehabt hatte und hat. Ich schaue glücklich auf diese manchmal schwere Zeit zurück und danke unserem Göttlichen, dass Es mich das erleben liess und ich daran spirituell wachsen durfte.


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Thema: Urvertrauen

Nachdem ich mit 55 Jahren als Folge einer schweren Krankheit meine Firma für einen bescheidenen Betrag verkauft hatte, war mir klar, dass ich nicht bis zur offiziellen Pensionierung von diesem kleinen Vermögen würde leben können. Ich versuchte deshalb mit einer Beratungstätigkeit etwas dazu zu verdienen, aber es wollte nicht recht klappen.
Nach etwa zwei Jahren war der Betrag auf meinem Bankkonto auf einen fünfstelligen Betrag geschmolzen und ich begann mir ernsthaft Sorgen zu machen. Existenzängste hatten mich mein Leben lang geplagt, was vermutlich auf meine Kindheit zurückgeht: Meine Eltern waren sehr arm, mein Vater schuftete sich im wahren Sinne des Wortes zu Tode, um die grosse Familie zu ernähren.
Die Alpträume aus früherer Zeit kamen zurück und selbst im Wachzustand war die Angst mittlerweile allgegenwärtig. Im Kopf wusste ich, dass alles so kommt, wie es gut für mich ist; ich praktiziere seit über 20 Jahren Zen-Meditation, mein Gleichmut und meine Fähigkeit anzunehmen sind im Allgemeinen recht ausgeprägt – doch die Angst vor dem finanziellen Ruin konnten sie mir nie vertreiben.
Obwohl ich genau wusste, was diese Situation mich lehren wollte, nämlich das vollständige Loslassen von allem, woran ich noch hing, und das absolute Vertrauen in die Vorsehung, war ich auf der emotionalen Ebene einfach unfähig dazu. Ich bekam meine Existenzangst nicht in den Griff, sie sass mir ständig im Nacken und beherrschte mein Leben.
Als ich nach zwei weiteren Jahren keine 10'000 Franken mehr besass, war ich gezwungen, konkrete Schritte einzuleiten. Meine Schwester hatte mir schon angeboten, kostenlos bei ihr zu leben, doch alles in mir sträubte sich gegen diese Vorstellung: Sie wohnt in einer unwirschen Gegend, über eine Autostunde von meinem Wohnort entfernt, und sie hat nicht gerade einen einfachen Charakter. Mir war bewusst, dass, zöge ich zu ihr, ich einen bedeutenden Teil meiner Eigenständigkeit verlöre und fortwährend ihren Nörgeleien und ihrem Perfektionismus ausgesetzt wäre, keine ruhige Minute mehr hätte. Zudem hing ich sehr an meiner Wohnung im Grünen mit dem weiten Blick übers Land, wo ich ausgedehnte Spaziergänge in den Hügeln unternehmen konnte; auch befanden sich meine sozialen Kontakte ausschliesslich in dieser Gegend.
Alles in mir sträubte sich gegen den Umzug zu meiner Schwester, Wochen lang grübelte ich über Alternativen und haderte mit Gott und dem Schicksal.
Doch es blieb mir nichts anderes übrig, als diesen Entscheid zu fällen und meine geliebte Wohnung und mein unabhängiges Leben aufzugeben.
Als ich dem Vermieter das Kündigungsschreiben übergab, erfüllte mich plötzlich, wie aus dem Nichts, ein unendlicher Friede – zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich wirklich alles losgelassen! Gott hatte mich an dem Punkt, an dem Er mich haben wollte: ganz klein und ergeben, ohne Wünsche, ohne Ängste...
Noch am gleichen Tag besuchte mich überraschend ein alter Freund, ein wohlhabender, der über meine finanziellen Probleme Bescheid wusste. Er teilte mir mit, er hätte ein neues Bankkonto mit einem namhaften Betrag eröffnet und übergab mir die dazu gehörende Bankkarte: Ich könne da Geld beziehen, so oft ich es bräuchte.
Noch am gleichen Tag erhielt ich den Bescheid der Versicherung, mit welcher ich seit zwei Jahren um eine Rente wegen meiner gesundheitlichen Beeinträchtigung kämpfte: Sie hatten meinen Fall nun endgültig beurteilt und mir stand eine monatliche Rente von mehreren Tausend Franken zu! Mehr noch: Diese Rente bezahlten sie rückwirkend auf zwei Jahre – ich würde in den nächsten Tagen eine sechsstellige Summe auf meinem Konto finden.
Noch am gleichen Tag rief mich meine Schwester an und eröffnete mir, sie würde zusammen mit einer Freundin in den Süden ziehen.
Unnötig zu erwähnen, dass ich gleich zu meinem Vermieter lief und die Wohungskündigung rückgängig machte!
Innerhalb eines einzigen Tages änderte sich mein Leben, das sich Jahre lang als mühsam, schmerzhaft, voller Probleme hingezogen hatte. Loslassen – Urvertrauen finden – und alles wird gut.

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