Fragen + Antworten zum Thema:
Angst oder Vorsicht? • • • • • Existenzangst • • • • • Freier Wille • • • • • Karma • • • • • Liebe • • • • • Richtig und falsch • • • • • Schicksalsschläge • • • • • Schüchternheit • • • • • Schuldgefühle • • • • • Selbstliebe • • • • • Umherschweifende Gedanken • • • • • Vegetarische Ernährung • • • • • Vergebung • • • • • Verhalten ändern • • • • • Wertvolle Tätigkeiten • • • • • Wünsche • • • • • Zufall
Angst ist aber doch auch positiv: Sie hilft uns, nicht blind in Gefahren hineinzulaufen, ist sozusagen ein Alarmzeichen. Müssen wir wirklich alle Ängste loswerden?
Die von dir genannte Eigenschaft sollten wir eher als Vorsicht bezeichnen. Natürlich ist es dumm, ohne Seilsicherung an Steilwänden zu klettern und einfach zu sagen: Ich habe keine Angst! Vor-sicht im wahren Sinne des Wortes ist eine unerlässliche Eigenschaft im täglichen Leben: Wir sehen voraus, was in einer bestimmten Situation geschehen könnte, und entscheiden dann über unser Verhalten; dazu gehört eine gesunde Einschätzung der äusseren Umstände und unserer eigenen Fähigkeiten. Wenn ich vor einem 50 Zentimeter breiten, seichten Wassergraben stehe, weiss ich, dass ich problemlos hinüber springen kann und dass ich nicht mehr als nasse Füsse riskiere, sollte es trotzdem schief gehen. Das Gleiche bei einem 2 Meter breiten, reissenden Wildbach zu wagen erfordert das sichere Wissen, dass ich jederzeit mindestens 3 Meter weit springen kann – und dann bleibt noch ein Restrisiko, das ich sorgfältig abwägen muss (ich könnte auf dem feuchten Gras beim Absprung ausrutschen...).
Hingegen ist völlig klar: Eine 3 Meter breite und 100 Meter tiefe Schlucht auf diese Art überwinden zu wollen, wäre purer Leichtsinn!
Die Abgrenzung zwischen Angst und Vorsicht ist individuell – wir sollten uns aber davor hüten, unsere „grundlosen“ Ängste mit Vorsicht zu begründen! Allgemein lässt sich soviel sagen: Geht es nicht unmittelbar um Tod oder Leben bzw. körperliche Unversehrtheit, ist es meistens nicht Vorsicht, sondern bare Angst, die uns beherrscht.
Mit meinen „fassbaren“ Ängsten werde ich ziemlich gut fertig, aber als Familienvater gelingt es mir nicht meine Existenzangst loszuwerden. Ich befürchte meinen Job zu verlieren und nicht mehr für meine Familie sorgen zu können. Ich bin mir zwar bewusst, dass meine Angst auch nichts nützt, aber sie ist ständig bei mir, ich kann ja die Verantwortung für meine Frau und meine Kinder nicht einfach abschütteln...
Das ist eine Angst, die in der einen oder anderen Form sehr viele Menschen plagt, und sie ist umso bedrohlicher, wenn es uns weniger um uns selbst als um unsere Lieben geht.
Hier gibt es tatsächlich kein anderes Rezept als das Vertrauen zu finden, dass alles so kommt, wie es für alle Beteiligten richtig ist, und in diesem Vertrauen dann alles anzunehmen, seien es auch schwere Zeiten, finanziell, sozial, zwischenmenschlich. Handle ruhig, wie du es in dir spürst und sei dir in jedem Moment bewusst, dass du keinen Einfluss auf die Früchte deines Tuns hast; somit besteht auch deine Verantwortung deiner Familie gegenüber nur darin, dein Bestes zu geben (was du ehrlich für dein Bestes hältst, ein objektiv Bestes existiert nicht!). Eine weiter gehende Verantwortung für das „Schicksal“
deiner Frau und deiner Kinder trägst du nicht – oder weisst du etwa, was im Göttlichen Plan für sie vorgesehen ist, welche Erfahrungen sie in diesem Erdenleben machen und was sie dabei lernen sollen? Du kannst sie, selbst wenn du dein Bestes gibst, nicht davor bewahren.
Darin liegt das „richtige Handeln“: sein Bestes tun und dann loslassen, die daraus entstehenden Folgen (seien sie so genannt angenehm oder unangenehm) dem Höheren übergeben. Sonst riskierst du, mit dieser Angst und der Bürde deiner vermeintlichen Verantwortung, nicht du selbst zu sein, nicht das zu leben, was in deinem Göttlichen Plan vorgesehen ist.
Mit der Angst im Nacken den Job zu verlieren, wirst du stets tun, was man von dir verlangt, vielleicht sogar Unrechtes, jeden tyrannischen Chef aushalten, Überstunden und Stress akzeptieren, auch zulasten deiner Familie, Ungerechtigkeit und Demütigung widerstandslos schlucken – und dennoch ständig um deinen Job bangen! (Nebenbei bemerkt: Es gibt nur Tyrannen, weil es Menschen gibt, die sich tyrannisieren lassen.) Du bist aber auch dir selbst gegenüber verantwortlich (wir reden hier nicht einmal von Menschenwürde!), deinem Höheren Selbst. Du darfst dich gegen Ungerechtigkeit auflehnen, dich quälendem Druck widersetzen und du brauchst die Konsequenzen nicht zu fürchten: Du vertraust in die Göttliche Vorsehung.
In diesem Zusammenhang muss allerdings ein weiterer Aspekt angesprochen werden: Der Gleichmut. Wenn unser Handeln von Gleichmut geprägt wird, empfinden wir keinerlei negative Emotionen wie Wut, Demütigung, Frustration und ähnliche, sondern sehen die Situation und die Beteiligten von einer höheren Warte aus, schauen hinter die illusorische Erscheinung auf die Beweggründe der einzelnen Personen, auf die für uns zu lernende Lektion usw. Wir schaffen es dann sogar, dem Gegenüber mit einem gewissen Wohlwollen zu begegnen, und unseren positiven Gedanken wohnt die Kraft inne, den anderen Menschen und die Situation zu verändern.
Die Entscheidung, was in welcher Situation das Richtige ist, lässt sich für einmal klar definieren: Immer wenn Angst unser Verhalten bestimmt, kann es nicht richtig sein. Empfinden wir hingegen Gleichmut, ist selbst ein Verhalten richtig, das, oberflächlich betrachtet, als nachgiebig und feige wirken könnte.
Wenn wir davon ausgehen, dass wir absolut freien Willen haben: Tragen wir dann hundertprozentig die Verantwortung (und die Konsequenzen) für unsere Taten?
Aus einer moralischen und juristischen Sicht: ja. Doch schauen wir einmal aus einer spirituellen Perspektive. Die Schöpfung, also das ganze Universum, hat einen Sinn, nämlich sich zu entwickeln und die Einheit mit dem Schöpfer, dem Göttlichen, wieder zu erlangen, und es gibt einen Göttlichen Willen, der diesen Prozess in die "gute" Richtung lenkt. Dann beschränkt sich doch unser menschlicher freier Wille darauf zu entscheiden, ob wir unser Handeln und unser Schicksal diesem Höheren Willen überantworten, uns also dem "Sinn des Lebens" fügen wollen oder nicht. Entscheiden wir uns dagegen, so unterliegen wir wohl vollständig dem Gesetz von Ursache und Wirkung: Wir handeln nach unserem Wollen und übernehmen die Verantwortung und die Konsequenzen für unsere Taten.
Glauben wir hingegen, dass nichts wirklich in unserer Macht steht, weil das Göttliche das Geschick der Schöpfung auch gegen unser Wollen lenkt, folgt daraus: Wir können zwar wollen und nach unserem Gutdünken handeln, doch die Ergebnisse unserer Taten ergeben sich nicht entsprechend einer menschlichen Logik und einem menschlichen Verständnis von Gerechtigkeit (Belohnung oder Strafe), sondern einzig im Sinne des Göttlichen Plans (womit sich auch "Wunder" und "grausames Schicksal" von Unschuldigen, z.B. bei Unfällen und Naturkatastrophen erklären). Die Wirkungen unseres Tuns liegen also ausschliesslich in Göttlicher Hand. Daraus müsste zwangsläufig unsere vollständige Hingabe an den Höheren Willen und das Vertrauen in die Göttliche Gnade entstehen. Für unser Leben und Handeln heisst das konkret: Wir versuchen, den Göttlichen Willen zu spüren und unser Wollen in Einklang damit zu bringen; es bedeutet auch, verantwortungsbewusst zu handeln, gleichzeitig aber darauf zu vertrauen, dass die Wirkungen unserer Taten nichts „anrichten“ können, was der Göttliche Wille nicht zulässt.
Diese Thematik von unserem Wollen und dem Göttlichen Willen wird ausführlich in Sonnwandeln Nr. 5 ("Wille und Wollen") behandelt.
Ich glaube an Karma und möchte gerne wissen, wie ich schlechtes Karma aufarbeiten bzw. auflösen kann.
Seit 3 Jahren sind meinem Mann und mir viele (finanziell) schlimme Dinge zugestossen. Meine Mutter hat uns mit Geld geholfen, ohne Wissen meines Vaters, und ist jetzt dadurch selber in grosse finanzielle Not geraten. Es war der freie Wille meiner Mutter, mir zu helfen, aber ich fühle mich so schuldig und möchte gerne so schnell wie möglich meine Schuld bei ihr abbezahlen.
Mein Mann ist seit eineinhalb Jahren ohne Arbeit und ich versuche uns mit meinem Bürojob über Wasser zu halten; mein Gehalt reicht aber nicht aus, um noch etwas zu sparen.
Wir komme ich aus diesem Kreis heraus? Es muss unbedingt etwas geschehen. Ich bete jeden Tag und bitte die Engel mir den richtigen Weg zu zeigen!
Zuerst kurz zu deinen Schuldgefühlen deiner Mutter gegenüber. Du brauchst dich nicht schuldig zu fühlen, wir sind nie verantwortlich für die Taten anderer Menschen. Wie du auch sagst, hat deine Mutter über ihre Handlungsweise frei entschieden. Vielleicht wäre es ihre Aufgabe zu lernen "nein" zu sagen (Menschen gegenüber, die ihre Hilfe beanspruchen), oder den Mut zu finden, für ihr Handeln geradezustehen und es nicht vor ihrem Mann zu verheimlichen, oder... Das kannst du nicht wissen, und es ist nicht deine Aufgabe, dich damit zu beschäftigen, warum deiner Mutter dieses "Schicksal" gegeben wurde (eine Tochter, die finanzielle Hilfe braucht, und dadurch selbst in Geldnot gelangen usw.). Das gehört einzig zur Lebensaufgabe deiner Mutter und es ist auf sie zugekommen, damit sie etwas daraus lernt.
Damit wären wir beim Thema, das dich betrifft. Das Karma-Gesetz ist nicht, wie im Volksglauben weit verbreitet, ein unumstössliches Gesetz - es beruht zwar auf Ursache und Wirkung, wie ein physikalisches Gesetz, aber wir dürfen dabei die Göttliche Gnade nicht vergessen, die jederzeit eingreifen kann. Wir müssen uns das folgendermassen vorstellen:
Wenn jemand einen Stein gegen ein Fenster schleudert, geht das Glas zu Bruch. Das ist die logische Wirkung einer Ursache. Nun kann aber auch ein unerwarteter Windstoss den Stein ein wenig von seiner Bahn ablenken, sodass er in die Mauer einschlägt statt in das Fenster und dort nur einen geringfügigen Schaden anrichtet. Der Windstoss ist symbolisch gesehen die Götliche Gnade.
Der zweite wichtige Punkt ist, dass das Karma-Gesetz nicht die Funktion hat, zu strafen, sondern uns etwas zu lehren um die innere Entwicklung zu fördern – und das geschieht ja oft am besten durch die eigene Erfahrung: Wenn ein Kind sein Geschwister an den Haaren zerrt, kann man ihm lange sagen: "Lass das, das tut ihm weh!" Erst wenn es selbst einmal erfahren hat, wie schmerzhaft es sich anfühlt, wird es verstehen und (vielleicht) sein Schwesterchen nicht mehr an den Haaren zerren.
Das bedeutet: Was uns widerfährt, hat den Sinn uns etwas zu lehren; sobald wir die Lektion gelernt haben, löst sich die Situation.
Das Karma lösen wir also auf, indem wir lernen.
Du darfst dich aber auf keinen Fall schuldig fühlen für das, was dir widerfährt! Versuche zu verstehen, was es dir sagen will; wir von Sonnwandeln können von aussen diese Frage nicht konkret beantworten. Bitte denke aber auch daran, dass es manchmal keinen anderen Grund für solche Ereignisse gibt, als uns den Gleichmut zu lehren, das Annehmen von allem, was auf uns zukommt, ohne mit dem Schicksal zu hadern; und manchmal sind wir hauptsächlich ein "Werkzeug" des Göttlichen, um jemand anderem eine Lehre zu erteilen, und die Ereignisse haben mit uns selbst recht wenig zu tun (dann ist unsere eigene Lehre daraus tatsächlich nur der Gleichmut und das unbedingte Vertrauen in den Göttlichen Plan, dass uns nichts gegeben wird, was nicht gut für uns ist - gut im Sinne, dass es uns in unserer spirituellen Entwicklung weiterführt).
Dein letzter Satz ist berührend, es ist schön, dass du um Hilfe betest, und die Hilfe wird kommen, das ist gewiss. Was du selbst tun kannst, ist zuerst einmal die Situationen zu trennen und vielleicht ist deine eigene dann nicht mehr ganz so schwer zu tragen.
Auf der einen Seite ist nämlich die Situation deiner Mutter, und so hart sich das jetzt anhört, diese muss deine Mutter selbst lösen und du solltest sie dir nicht auch noch in Form von Schuldgefühlen, Gewissensbissen oder wie auch immer aufladen (du bist das Göttliche Werkzeug für das, was deine Mutter lernen soll). Natürlich ist es richtig, dass du dich bemühst, deiner Mutter das Geld so bald wie möglich zurückzuzahlen, und es ist auch normal, dass du dich um einen geliebten Menschen sorgst. Dennoch solltest du dir immer wieder bewusst machen, dass du niemandem etwas antun kannst, was das Göttliche für diesen Menschen nicht zulässt. Das heisst mit anderen Worten: Die Lektion, die deine Mutter aus der gegenwärtigen Situation lernen muss, wird ihr erteilt, ob durch die Tochter oder einen anderen Menschen; wäre deine Mutter also nicht durch dich in diese Situation geraten, wäre ihr das Gleiche oder etwas Ähnliches widerfahren durch einen anderen Menschen – niemand kommt um die Lektionen herum, die er lernen muss. Deshalb nochmals: fühle dich nicht schuldig! Tue, was du vermagst, um deiner Mutter zu helfen, aber fühle dich nicht schuldig und nicht unter dem Druck, sofort das Geld zurückzuzahlen!
Auf der anderen Seite ist deine persönliche Situation. Wie gesagt, es lässt sich von aussen, ohne dich genau zu kennen, nicht sagen, warum das auf dich zugekommen ist, also was du daraus lernen sollst. Aber losgekoppelt von der schwierigen Lage deiner Mutter, ist deine Situation vielleicht momentan nicht mehr ganz so schwer: Du verdienst offenbar knapp genug, um euch über Wasser zu halten. (Nochmals: Es ist richtig, dass du alles unternimmst, was in deiner Macht steht, um deiner Mutter das Geld zurückzuzahlen – aber wenn du alles tust, was du kannst, und es momentan, trotz all deinem Bemühen, nicht möglich ist, dann soll es so sein.)
Wichtig ist, und das ist es vor allem in Bezug auf dein "Karma" und deine spirituelle Entwicklung, dass du stets das Beste tust, was dir möglich ist, und deine Entscheidungen nach "bestem Wissen und Gewissen" triffst, also wie du es spürst und ehrlich für richtig hältst. Und versuche im Übrigen "loszulassen", die Situation dem Göttlichen zu übergeben; du kannst zu Ihm sagen: "Ich weiss nicht mehr weiter, ich habe keine Macht über die Ereignisse, führe mich, nicht dahin, wo ich will, sondern dahin, wo das Beste für meine innere Entwicklung auf mich wartet, ich bin bereit anzunehmen, was auch immer Du mir gibst." Es ist halt tatsächlich so, dass wir uns bemühen können, wie wir wollen – es liegt nicht wirklich in unserer Macht, den Lauf der Dinge zu beeinflussen. Manchmal tun wir viel und erreichen nichts, und ein anderes Mal lassen wir es schlittern und es kommt alles gut... Wie gesagt: wichtig ist, dass wir uns bemühen, tun was wir können – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Am meisten brauchst du jetzt Urvertrauen, dieses unbedingte Vertrauen in die Höhere Macht, dass sie dich trägt und führt und dir nur gibt, was dir weiter hilft auf deinem Weg - in den monatlichen Ausgaben von Sonnwandeln ist das ein zentrales Thema, du wirst ihm immer wieder begegnen.
Thema: Liebe – Alle Menschen lieben
Wie bringt man es fertig, alle Menschen zu lieben?
Alle Menschen lieben, und darüber hinaus alle Lebewesen und sogar das Unbelebte, also die gesamte Schöpfung, heisst, ihr Selbst lieben, das Göttliche in ihnen. Die Art, wie wir Menschen lieben, ist von Ego zu Ego: Mein Ego liebt das Ego eines anderen, weil er gut aussieht, charmant ist, einen guten Charakter hat – oder, in seinem Liebesbedürfnis, auch einfach weil es vom anderen Ego geliebt wird. Und in dieser Art Liebe sind Verletzungen und Schmerz unumgänglich, ebenso wie Tyrannei und Ängste.
Wirklich lieben heisst, jemanden zu lieben um seiner selbst willen, einfach weil er ist, und zwar weil er G öttlich ist. Das sagt nichts darüber aus, wie ich mit seinem Ego umgehe: Es kann durchaus Konflikte geben, auch heftige, wenn sein Ego versucht, mich zu unterdrücken, zumal ich ja mein Selbst leben will und in aller Spontaneität aus meiner Seele heraus handle. Aber wie ich mich auch äusserlich verhalte, ändert nichts an meiner "inneren Umarmung" dieses Menschen.
Es ist so schwierig zu wissen, wie man "richtig" handelt, also aus der Seele und nicht aus dem Ego, v.a. wenn andere Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden...
Es ist auch schwierig, allgemeingültige Ratschläge über das Verhalten zu erteilen. An einem konkreten Beispiel sollen Grundzüge aufgezeigt werden, um die eigenen Entscheidungen auch in anderen Fällen zu erleichtern.
Ein Freund von dir raucht, du selber nicht, und du möchtest, dass er damit aufhört. Du erklärst ihm also mit rationalen Argumenten, wie ungesund das Rauchen ist. Dennoch gibt er es nicht auf. Du versuchst, an sein Verantwortungsgefühl zu appellieren, indem du ihm zu bedenken gibst, dass wenn er Lungenkrebs bekommt, du auch darunter leidest, weil du ihn ja gerne hast. Auch das nützt nichts.
Das erste Mal hast du ihm einen guten Rat erteilt, das ist dein Recht, den er nicht angenommen hat, was sein Recht auf freie Entscheidung ist. Mit deinem zweiten Argument beziehst du dich in sein Leben ein – deshalb ist es nicht richtig, denn er muss nur für sich entscheiden und für sich die Konsequenzen tragen; ob du unter einer Situation leidest, egal wie sie zustande gekommen ist, ist allein deine Sache; man könnte auch sagen, er ist nur das Werkzeug, um dir ein Leiden zuzufügen, das im kosmischen Plan für dich vorgesehen ist – natürlich nur um dich zu lehren, dass Leiden dem Ego angehört, das unsterbliche Selbst leidet ja nicht.
Hingegen darfst du so handeln, wie es für dich stimmt: Du sagst ihm, dass du nicht möchtest, dass er in deiner Anwesenheit raucht, wenn es dich wirklich stört und du dieses Verbot nicht nur als Druckmittel benützen willst. Dann ist es wiederum seine Entscheidung, ob er das tut oder nicht; angenommen er raucht trotzdem, auch wenn du dabei bist, ist es an dir, seine Gesellschaft zu meiden, nicht um Druck auszuüben, sondern weil du in deinem Innern spürst, dass du mit diesem Menschen nicht mehr zusammen sein möchtest. Und wenn deine innere Stimme dir das sagt, zögere nicht, ihr zu gehorchen, und sorge dich nicht darum, was die anderen sagen, auch wenn niemand versteht, dass du eine Freundschaft aus solch einem "unwichtigen" Grund aufgibst; habe auch keine Angst, einen Freund zu verlieren und allein da zu stehen. Wenn man den Mut hat, bis in die letzte Konsequenz auf sich selber zu hören, also seinem Lebensplan gemäss handelt, wird man durch reiche Erfahrungen beschenkt und die Ereignisse nehmen oft eine völlig unerwartete, positive Wendung.
Innerhalb v on drei Monaten habe ich meinen Partner verloren, meine Wohnung wurde mir gekündigt und mein Arbeitgeber ging Pleite. Warum gibt es diese Häufung von Schicksalsschlägen, die einzeln schon schwer zu bewältigen wären und alle zusammen kaum mehr zu ertragen sind?
Jedes Ereignis an sich hat eine bestimmte Bedeutung, die wir erkennen oder nicht. Käme es als Einzelereignis daher, bestünde offenbar die Gefahr, dass wir uns irgendwie „herauswinden“ ohne daraus zu lernen (ein einzelnes Problem lässt sich einfacher lösen oder verdrängen). Die Häufung jedoch führt uns an unsere Grenzen, an den Punkt, an dem wir etwas unternehmen müssen – oder „untergehen“: Vielleicht wagen wir positive neue Schritte, weil wir „nichts mehr zu verlieren haben“ (in der Tat haben wir nie etwas zu verlieren! – siehe Sonnwandeln Nr. 6 über Angst und Urvertrauen); oder nach einer Zeit des Schmerzes und der Verzweiflung, die wir mit Gleichmut zu ertragen lernen sollen, eröffnen sich uns ungeahnte, bereichernde Möglichkeiten, die wir nicht wahrnehmen könnten, wären die so genannten Schicksalsschläge nicht alle zusammen aufgetreten.
Und leider sind es oft die schweren Schicksalsschläge, die uns erst auf unseren spirituellen Weg führen oder uns darin bestärken...
Wichtig ist, das Vertrauen nicht zu verlieren, dass nichts geschieht um uns zu strafen oder zu verletzen. Alles dient unserer Entwicklung und mündet im Guten, in Glück und Erfüllung. An dieser Überzeugung sollten wir unter allen Umständen festhalten!
Mir ist heute wieder aufgefallen, als ich bei meiner Schwester und Ihrem kleinen Kind war, dass ich einfach nicht locker sein kann. Hat das mit Schüchternheit und fehlendem Selbstvertrauen zu tun? So macht das Leben einfach keinen Spass.
Dieses Nicht-locker-sein geht meistens einher mit Schüchternheit und/oder auch mit Arroganz (= Überspielen der Schüchternheit). Es hat tatsächlich mit dem Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zu tun. Weil wir in unserem Innersten (oder im Unbewussten) nicht glauben, dass wir für andere Menschen wertvoll sind und dass sie uns annehmen, so wie wir sind, versuchen wir etwas darzustellen; wir wollen uns so verhalten, wie wir meinen, dass die anderen uns akzeptieren und lieben. Vielfach treiben uns auch "gesellschaftliche" Vorstellungen dazu: "man" muss witzig, charmant, schlagfertig sein, jeder Situation gewachsen, mit Kindern gut umgehen können usw. Vielleicht bin ich aber gar nicht so! Vielleicht bin ich von Natur aus eher schweigsam, tiefsinnig, eigne mich besser als Beobachter denn als Mittelpunkt einer Gesellschaft usw. Die menschliche Vielfalt ist enorm und das ist richtig und gut so und vom Göttlichen gewollt: Damit das grosse "Lebensschauspiel" auf dieser irdischen Bühne sich entfaltet, kann es nicht nur Könige geben, es braucht auch Bettler, Diebe, Bedürftige... Keine "Rolle" ist wichtiger oder mehr wert als eine andere.
Also beginne damit deine Rolle zu akzeptieren - wie sie im Moment offenbar sein soll: schüchtern, zurückhaltend, schweigsam oder wie auch immer. Du bist wertvoll, wie du bist. Schreib einmal auf einem Blatt links die Eigenschaften auf, die du dir zuschreibst. Bei diejenigen, mit denen du nicht zufrieden bist, schreibst du dann rechts daneben die entsprechende andere Eigenschaft, wie du sein möchtest. Du wirst feststellen erstens: dass du ganz viele gute Eigenschaften bereits hast! Zweitens bei den Eigenschaften, die du anders haben möchtest, frage dich ganz ehrlich: Ist die eine Eigenschaft wirklich besser als ihr Gegenteil? Warum sollte ein Mensch, der in Gesellschaft locker daher plaudert, wertvoller sein als einer, der sich gut in andere einfühlen und gut zuhören kann?
Das will nicht heissen, dass du dich nicht ändern kannst und sollst. Deine fehlende Lockerheit kommt daher, dass du selbst eine Vorstellung hast, wie du sein möchtest oder meinst sein zu müssen, um von anderen angenommen und geliebt zu werden. Du versuchst also krampfhaft, diesem künstlichen Bild zu entsprechen, und gibst dich nicht, wie du wirklich bist. Das kostet viel Energie und dadurch verkrampfst du dich nur noch mehr. Versuche nicht, gegen diese Verkrampftheit in Gesellschaft anzukämpfen - sag dir selbst, dass du so bist, wie du bist, und stehe vorerst einmal dazu und akzeptiere es. Versuche gleichzeitig Schritt für Schritt, ganz langsam, all diese Verhaltensweisen, die auf mangelndes Selbstwertgefühl deuten (z.B. immer alles erklären und rechtfertigen wollen, dich nicht trauen deine Meinung zu sagen oder NEIN zu sagen, dich anderen stets anpassen usw.), zu ändern, indem du dich einfach über deine Angst, jemanden zu verletzen oder jemandem zu missfallen, etwas "Dummes" zu sagen, nicht geliebt zu werden usw. hinwegsetzest.
Diese Arbeit mit dir selbst kann dir niemand abnehmen, das musst du wirklich selbst tun, du ganz allein, für dich! Habe den Mut auch einmal anzuecken, einen Konflikt heraufzubeschwören, beschimpft zu werden. Was kann dir schon passieren? So genannte Freunde verlieren, denen dein neues Selbstbewusstsein nicht passt? Da verlierst du nicht viel und neue, wahre Freunde werden auf dich zukommen! Von der Familie nicht mehr verstanden werden? Sie wird sich schon an deine neue Art gewöhnen! Von Arbeitskollegen und dem Chef als Zicke bezeichnet werden? Lass ihnen ihre Meinung, sie werden sie schon wieder ändern, und wenn nicht – das hat nichts mit dir zu tun!
Denke immer daran, dass du in deinem Bemühen dich selbst zu werden, geführt und getragen bist, vom Göttlichen, vom Leben, vom Schicksal oder wie du es nennen magst. Und nichts kann dir geschehen, was nicht gut für dich ist und dich weiter führt. Das ist das Ziel, der Sinn...
Du sagst: "So macht das Leben keinen Spass". Nimm die gegenwärtige Situation als "Zwischenstation" in eine strahlende, glückerfüllte Zukunft an. Gib und nimm dir die Zeit, an dir zu arbeiten und betrachte diese Aufgabe als interessant, wertvoll und dass sie dir "Spass macht". Die Veränderung geht nicht von einem Tag auf den anderen, fasse deinen Zeithorizont weit, Monate, Jahre. Sage dir selbst: Ich nehme mein Leben an, wie es ist, und ich arbeite an mir, um glücklicher zu werden. Denk daran: kleine Schritte! Eins nach dem anderen: überfordere dich nicht und lass dich nicht entmutigen, wenn es nicht auf Anhieb klappt, versuche es einfach immer wieder - und vor allem, sei mutig! Arbeite an dir, an den "kleinen" alltäglichen Dingen, dann wirst du eines Tages erstaunt feststellen, wie locker du geworden bist. Und wisse, dass du das kannst. Andere Menschen haben das auch geschafft- doch es braucht wirklich Zeit. Zeit und Mut und einfach handeln, sich über die eigenen Ängste hinwegsetzen. Und das geht!
Wo liegt die Grenze zwischen einem gesunden Sich-selbst-lieben und Egoismus?
Sich selbst lieben in spirituellem Sinne hat nichts von einer narzisstischen Selbstverliebtheit, ebenso wenig wie Besitzansprüche und Erwartungen mit Nächstenliebe zu tun haben. Doch sind zur Beantwortung dieser Frage vorerst "egoisch" und "egoistisch" zu definieren und zu unterscheiden. Letzteres ist uns allen ein Begriff und wir haben keine grosse Mühe, egoistisches Verhalten zu erkennen: Wir sind einzig auf unseren Vorteil bedacht, selbst auf Kosten anderer. Das gilt nicht nur im spirituellen, sondern bereits im sozialen und moralischen Sinne als verwerflich. (Die -ismen, z.B. Fundamentalismus, Rassismus, Absolutismus, haben oft eine abwertende Bedeutung.) Findet sich in einer zwischenmenschlichen Beziehung also Egoismus, so kann man überhaupt nicht von Liebe sprechen.
Egoistisch kommt von Egoismus, egoisch hingegen von Ego, was auf Lateinisch einfach Ich bedeutet, ohne negativen Beigeschmack. In der Spiritualität bezeichnet man als Ego im Allgemeinen den materiellen, irdischen Bestandteil des Menschen, im Gegensatz zu Seele, Höherem Bewusstsein, Feinstofflichem und anderen ähnlichen Begriffen. Alles "Materielle", "Niedrige", "Fleischliche", "Ungöttliche" usw. gehört demnach zum Ego, also neben dem Körper und seinen Bedürfnissen vor allem die Begierden und die Ängste. Egoische Liebe ist demzufolge unsere menschliche Form von Liebe, derer wir aufgrund unseres Egos fähig sind, und als solche nicht zu verurteilen: Wir lieben so, wie es unserer Natur entspricht, mit all unseren Wünschen und all unseren Ängsten. Wollen wir jedoch den spirituellen Pfad beschreiten, gehört es zu unseren Aufgaben, das Ego zu überwinden, loszulassen, zu verwandeln oder wie man diese Entwicklung sonst bezeichnen mag, und damit auch von der egoischen Liebe zur reinen, höheren Liebe zu gelangen. Von aussen, oberflächlich betrachtet, erscheint diese manchmal nicht so gross und stark wie egoische Liebe. Das hängt damit zusammen, dass, sobald die Angst wegfällt, wir offener und selbst-bestimmter werden: Unsere Aufrichtigkeit und das konsequente Verfolgen unseres eigenen Lebensplans werden dann meistens als Egoismus, Herzlosigkeit, Kompromisslosigkeit und mehr gedeutet. Von diesen Urteilen anderer sollten wir uns nicht beirren lassen!
Allgemein gültige Regeln, wie wir gesunde Selbstliebe und egoische Liebe auseinander halten, gibt es nicht; eine Orientierung kann die folgende Überlegung geben. Wir allein tragen die Verantwortung für unser Leben und wir haben das Recht, ja die Pflicht, in jeder Situation selbst darüber zu bestimmen. Somit sollten wir für alles, was unser Leben beeinflusst, auf unsere innere Stimme hören und niemandem erlauben, in unseren Lebensplan zu pfuschen. Natürlich sind in unsere Entscheidungen und Verhaltensweisen meistens auch andere Menschen verwickelt, mehr oder minder stark; sie werfen uns dann manchmal vor, egoistisch und Schuld an ihrem Elend zu sein! Doch Aussagen im Stil: "Durch deine Entscheidung machst du mich unglücklich", und noch extremer: "Du bist Schuld, dass ich trinke" oder "Wenn du mich verlässt, bringe ich mich um" entspringen dem Ego des anderen und sind seine freie Entscheidungen für sein Leben – damit haben wir nichts zu tun. Umgekehrt gilt natürlich auch, dass wir nicht in den Lebensplan anderer pfuschen dürfen und deren Entscheidungen und Handlungen respektieren und akzeptieren müssen.
Thema: Vegetarische Ernährung
Wenn ich an die Tiere denke, wie sie auf der Weide herumspringen und sich ihres Lebens freuen, wird mir schwer ums Herz – sie müssen sterben, weil ich einen Braten auf dem Teller haben will! Das ist nicht gut. Aber dann, wenn ich ein Steak esse, vergesse ich diese Dinge bzw. ich verdränge sie. Wenn ich mit dem Essen fertig bin, bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Bis zum nächsten Mal, wenn mich die Lust nach Fleisch überkommt...
Es gibt Aussagen darüber, dass nur eine vegetarische bzw. veganische Ernährung zur Erleuchtung führen kann. Nur wer kein Fleisch, keine Eier und am besten auch keine Milch trinkt, kommt auf seinem spirituellen Weg weiter. Was ist davon zu halten?
Solche Aussagen stammen immer von "Fundamentalisten" - Fundamentalist ist nach unserer Ansicht jeder, der glaubt nur sein Weg sei der einzig wahre und richtige. Für die Erleuchtung oder Gottesverwirklichung gibt es keine festen Regeln! Niemand hat die Erleuchtung auf sicher und niemand ist davon ausgeschlossen: Nichts ist möglich für den Menschen, wenn das Göttliche es nicht will, und nichts ist unmöglich für das Göttliche, egal was der Mensch denkt und will! Wir können die Erleuchtung nur durch Seine Gnade erlangen; natürlich müssen wir uns bemühen, unser Bestes geben, so handeln wie wir es für richtig empfinden, aber wir entscheiden durch unser Verhalten nicht darüber, ob das Göttliche uns erhört oder nicht und wann. Es gibt so viele Wege zum Göttlichen, wie es Menschen gibt.
Wir halten es nicht für richtig, jemanden zu einer vegetarischen Ernährung bekehren zu wollen. Deshalb nachfolgend einfach einige Gedanken darüber, wie es die Autorin dieser Antwort für sich selbst hält und was für sie stimmt. Du musst die Entscheidung für dich selber treffen.
• Ich esse seit fast 20 Jahren keine Tiere mehr. Einerseits glaube ich, dass es für den Menschen nicht gesund ist, andererseits bin ich davon überzeugt, dass wir nicht das Recht haben, andere Wesen zu töten. Beide Argumente beruhen auf vielen Grundlagen, ich erwähne hier nur einige in aller Kürze:
• In unserer biologischen Evolution bestand die Ernährung immer zum grössten Teil aus Pflanzen, Fleisch war ein seltener Bestandteil: der Körper des heutigen Menschen ist deshalb nicht gemacht, um regelmässig Fleisch zu konsumieren, und viele so genannte Zivilisationskrankheiten kommen von dieser nicht artgerechten Ernährung oder werden durch sie zumindest stark gefördert.
• Das Fleisch, das wir essen, ist tot, bereits am Verwesen – demgegenüber ist eine Frucht, ein Gemüse lebendig (eine Frucht reift weiter, auch wenn sie gepflückt ist; ein abgeschnittenes Gemüse hält sich frisch, wenn es gewässert wird); wir bestehen aus dem, was wir essen – ich will mich nicht von Totem ernähren!
• Natürlich töte ich auch eine Pflanze, wenn ich sie esse – aber etwas muss ich ja essen um meinen Körper gesund zu erhalten und zu überleben, und dann töte ich lieber etwas mit einer niedrigeren Bewusstseinsstufe; nur Früchte und Gemüse essen, bei denen die Pflanze durch die Ernte nicht "getötet" wird, schaffe ich nicht.
• Ich bin zwar kein Gewaltlosigkeitsfanatiker und habe keine Probleme mich zu wehren und auch zu töten, wenn ich angegriffen werde (z.B. von Mücken – ich versuche meistens zuerst sie zu fangen und rauszuschmeissen, aber wenn mir das nicht gelingt oder es zu viele sind, dann töte ich sie); doch töten um zu essen, solange ich etwas anderes essen kann, halte ich für falsch. Mir ist erst kürzlich bewusst geworden, dass die Seidenraupen für die Produktion meiner Shirts auch getötet werden – seither kaufe ich keine Kleider mehr aus Seide, aber ich trage die noch, die ich schon besitze.
• Eine vegane Ernährung halte ich für Unsinn: warum soll ich nicht Milch und Milchprodukte konsumieren, ich tue der Kuh oder der Ziege oder dem Schaf dabei nichts zuleide! (Ein anderer Aspekt ist, dass viele Menschen Kuhmilch nicht vertragen – es gibt Ernährungswissenschaftler, die behaupten, der Mensch vertrage das generell nicht, selbst wenn er keine Symptome zeigt). Zu den Eiern habe ich ein zwiespältiges Verhältnis, manchmal mag ich sie, manchmal sind sie mir zuwider, seit ein Hare-Krishna-Jünger mir einmal gesagt hat: "Wenn Eier befruchtet sind, sind sie ein lebender Embryo und folglich sollten wir sie nicht essen; wenn sie nicht befruchtet sind, handelt es sich um ein Menstruationsprodukt des Huhns – ekelhaft!"
• Grundsätzlich halte ich jede Form von Fanatismus für engstirnig und ungöttlich; deshalb mache ich mir keine Probleme, in einem Restaurant eine Suppe zu essen (selbst wenn sie vielleicht mit Fleischbrühe zubereitet sein könnte) oder einen Käsekuchen, den ich mir bestellt habe (selbst wenn ich dann feststelle, dass einige Schinkenwürfel darin enthalten sind). Allerdings sage ich immer, dass ich Vegetarier bin, wenn jemand mich zum Essen einlädt, und esse auch da nicht bewusst und willentlich Tiere (wie gesagt ohne wegen ein paar winzigen Bestandteilen ein Theater zu machen).
• Gute Argumente für die vegetarische Ernährung findet man auf der Website der Hare-Krishna-Gemeinschaft und etwas sachlicher z.B. auf http://www.vegetarismus.ch
Ein schlechtes Gewissen solltest du nicht haben: Du musst zu deinen Entscheidungen stehen. Sage dir: "Ok, ich esse Fleisch; ich bin noch nicht soweit, darauf zu verzichten, das ist ok." Das heisst nicht, dass du nicht darüber nachdenken und vielleicht mit der Zeit dein Verhalten ändern sollst. Alle schönen Dinge auf dieser Welt sind uns geschenkt, um sie zu geniessen – doch die Sinnesgenüsse zum Lebenssinn oder -inhalt zu machen und sie anzustreben oder "ohne sie nicht leben zu können" steht tatsächlich im Widerspruch zu einem spirituellen Leben, bei welchem einzig das Göttliche unser Ziel ist und alles andere unwesentlich. Somit könntest du ernsthaft in dir spüren, wie wichtig das Essen für dich ist – wie wichtig ist dir denn wirklich, während diesen fünf oder zehn Minuten etwas Schmackhaftes auf der Zunge zu spüren? Wie lange hält diese Wirkung für deine innere Zufriedenheit an?
Thema: Vergebung
Bei einem Kurs, den ich kürzlich besuchte, ist mir wieder eine Erkenntnis gekommen, quasi wie Schuppen von den Augen gefallen: Ich muss meinem Vater vergeben. Das habe ich in einem Ritual dort auch gemacht. Ich fühlte mich wieder ein Stückchen erleichtert und wollte mit meinem Vater auch persönlich über das mir wichtige Thema sprechen. Dazu ist es bisher nicht gekommen, da mein Vater in der Zwischenzeit einen Schlaganfall mit Aphasie (Sprachstörung) hatte.
So lange hat mich das Thema mit meinem Vater beschäftigt und jetzt, da ich bereit bin es loszulassen, passiert dieser Schlaganfall. Ich hadere mal wieder mit dem Schicksal!
Es ist kein "Zufall", dass das Gespräch mit deinem Vater nicht stattfinden konnte – es sollte so sein, sonst wäre der Schlaganfall einige Tage später eingetreten, nachdem du mit ihm geredet hast. Es ist müssig zu fragen: Warum? Vielleicht war er noch nicht bereit, deine Worte zu hören, vielleicht solltest du noch etwas mehr Zeit haben, bevor du mit ihm redest, vielleicht ist es überhaupt überflüssig mit ihm darüber zu reden... das kann tausend Gründe haben... und diese brauchst du gar nicht zu kennen.
Vergebung hat nur mit dir selber zu tun, deshalb sind solche Rituale gut dazu geeignet: Man kann dadurch nämlich auch Menschen vergeben, die längst gestorben sind oder die man aus anderen Gründen nie mehr treffen wird. Du hast vergeben, das ist wunderbar! Es ist die Erleichterung für dich, mit der Vergangenheit abzuschliessen und nichts nachzutragen: Nach-tragen im wahren Sinne des Wortes, denn dieses Tragen ist eine Last für dich. Es ist dabei nicht unbedingt nötig, es dem betreffenden Menschen zu sagen – entscheidend ist, dass du mit dir selber wieder im Frieden bist.
Grundsätzlich sollten wir den Menschen, durch welche wir uns verletzt fühlen, die uns etwas (nach unserer Meinung) Unrechtes antun, dies schon mitteilen; sie sollten wissen, wie wir uns fühlen – damit sie für sich lernen können. Doch es gibt auch Situationen, in denen das nicht nötig oder möglich ist. Wichtig ist, dass wir die Angelegenheit für uns selber abschliessen können – mit dem, was man gemeinhin Vergebung nennt. Dieser Begriff hat so etwas Grossmütiges (und könnte sehr wohl durch das Ego missbraucht werden!) – treffender ist der Begriff Loslassen (oder Abschliessen). Aus der Vergangenheit sollen wir lernen, die Erkenntnisse daraus sollen wir behalten, die konkrete Erinnerung an die Ereignisse aber nicht immer weiter mit uns herumschleppen (durch diesen Schmerz bestrafen wir uns immer wieder selber, das ist völlig unnötig).
Selbst wenn dein Vater zur Zeit nicht sprechen kann: Du hast die Möglichkeit, ihm auch in dieser Situation zu sagen, was du zu sagen hast – wenn du spürst, dass du das tun möchtest. Das ist das Entscheidende: Dass du sagst, was du loswerden willst. Du solltest auch keine Antwort erwarten – das ist sein Thema und er muss für sich daraus lernen. Vielleicht kam der Schlaganfall gerade jetzt, damit du redest, er zuhört und nichts dazu sagt... Vielleicht, wer weiss das schon... Du brauchst es nicht zu wissen: Handle einfach, wie du es spürst!
Was es auch immer war, was dein Vater dir angetan hat: Damit muss er sich selber auseinandersetzen, das hat nichts mit deinem Weg zu tun. Du hast vergeben, das ist genug. Selbst wenn du ihn auf seine "schlechte Tat" nie aufmerksam gemacht hast oder machen wirst: Er weiss es, seine Seele sagt es ihm!
Thema: Umherschweifende Gedanken
Die Gedanken sind frei, heisst es so schön – und ob sie das sind! Wenn ich versuche meine Gedanken nicht umher schweifen zu lassen und sie auf Gott zu konzentrieren, sei es bei einer Tätigkeit oder im Gespräch mit Gott, geht das je nach dem eine halbe Minute, zwei, drei Minuten, und dann bin ich wieder ganz anderswo mit meinen Gedanken. Was kann ich dagegen tun?
Ein anderes Sprichwort sagt: Lange übt sich, wer ein Meister werden will. Es gibt keinen anderen Weg, als es immer wieder zu versuchen, ruhig und gelassen; die aufkommenden Gedanken dürfen dich nicht ärgern und aus der Ruhe bringen, sondern du sollst sie wahrnehmen und versuchen, dich von ihnen zu distanzieren, sie als etwas Fremdes zu sehen, das von aussen in dich herein kommt. Das gilt übrigens nicht nur für die Gedanken, sondern auch für die Gefühle, wie Ärger, Wut, Eifersucht usw.
Unsere wahre Natur ist Friede, Glückseligkeit, Liebe; Gedanken und Gefühle gehören ebenso wenig zu unserer wahren Natur wie der Körper, den wir beim Tod ja ablegen. Und ebenso wenig, wie du dich mit deinem Körper identifizierst, solltest du dich mit deinen Gedanken und Gefühlen identifizieren, sondern sie als etwas nicht zu dir Gehörendes betrachten. Das macht es dir dann auch leichter, mit negativen Gemütsregungen wie Zorn, Eifersucht und negativen Gadanken fertig zu werden: Es ist einfacher, etwas loszuwerden, wenn ich einsehe, dass es gar nicht zu mir gehört, als einen Teil von mir aufzugeben. Im übrigen geht es uns ganz konkret besser, wenn wir nicht in negativen Gedanken verweilen. Jemand hat eine Bemerkung gemacht, die mich verletzt, es schmerzt mich. So lange wie ich es im Kopf hin und her wälze und diesen Gedanken oder Gefühlen dadurch Energie verleihe, so lange bleibt auch die Verletzung, der Schmerz oder die Wut. Sobald es mir gelingt, die Gedanken abzustellen, vernarbt auch die Verletzung.
Ein Weg, die Gedanken auf Gott zu konzentrieren, ist das Wiederholte aufsagen eines Mantras, eventuell auch gekoppelt mit dem Atem. Es braucht kein indisches oder tibetisches zu sein, in einer Sprache die du nicht verstehst, im Gegenteil: Ein einfaches “Stossgebet”, das dir aus dem Herzen kommt, ist viel wertvoller und wirksamer, z.B.: “Gott, komm, ich will nur dich”, wobei du “Gott, komm” beim Einatmen und “ich will nur dich” beim Ausatmen denkst. Ein bekanntes Mantra aus der christlichen Traditions ist das Herz-Jesu-Gebet: “Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.”
Du wirst dich dann vielleicht dabei ertappen, dass das Mantra zum Automatismus wird und daneben, wie parallel, noch andere Gedanken laufen. Wenn dir das bewusst wird, unterbrichst du das Mantra und wendest deine Aufmerkasamkeit Gott wieder bewusst zu, mit anderen oder wieder mit den gleichen Worten oder sogar wortlos.
Auch wenn ich eine bestimmte Erkenntnis habe, dass etwas, was ich mache, falsch ist, falle ich doch trotzdem immer wieder darauf rein, fast automatisch, bevor ich darüber nachdenken kann, ist es schon passiert. Ein konkretes Beispiel: Es fällt mir schwer, einen Fehler oder eine Schwäche einzugestehen; da versuche ich mich immer irgendwie herauszureden, indem ich meinen Fehler relativiere oder andere Umstände und Menschen mitverantwortlich mache, nicht die ganze Wahrheit sage usw.; dabei weiss ich, dass ich nicht vom Urteil anderer Menschen abhängig bin, dass ich nur mir selber gegenüber Rechenschaft ablegen muss, und ich glaube, eigentlich stark genug dazu zu sein. Warum kann ich mein Verhalten nicht willentlich ändern?
Solche Verhaltensweisen, wie z.B. Ausreden suchen und etwas nicht zugeben, sind als Gewohnheiten in uns eingraviert. Man kann es sich vorstellen wie die vielen Rillen einer Schallplatte, über die die Nadel wandert. Mit jedem Mal, wenn wir eine bestimmte Verhaltensweise ausüben, gibt es eine Rille, und in jede dieser Rillen läuft dann die Nadel beim erneuten Abspielen. Es sieht aus, als hätten wir überhaupt keine Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Mental haben wir zwar dieses Verhalten als nicht richtig erkannt, aber die Gewohnheit ist sehr stark. Doch können wir jedes Mal, wenn wir wieder ins gewohnheitsmässige Verhalten geraten und das wahrnehmen, ohne uns Vorwürfe zu machen, den klaren Willen äussern, es in Zukunft nicht mehr zu tun, eine innere Bestimmtheit bekunden, das Verhalten zu ändern: “Schau an, da bin ich doch noch hereingefallen; das nächste Mal will ich mich anders verhalten, ich werde alles sagen, wie es ist, ohne Ausrede. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig, ich bin nicht vom Urteil der anderen abhängig.” Wenn wir das tun, startet ein neuer Impuls, der sozusagen eine der vielen Rillen löscht, ganz wahllos irgendeine: Vielleicht gelingt es uns dann schon beim nächsten Anlauf, unser Verhalten zu ändern, beim übernächsten fallen wir aber wieder in eine Rille, bis sie alle abgespielt bzw. gelöscht sind. Deshalb dürfen wir auch nicht den Mut verlieren, wenn es manchmal geht und dann wieder nicht. So fest eingravierte Gewohnheiten lassen sich nicht von einem Tag auf den andern beseitigen.
Allgemein ein guter Leitgedanke ist es, Gewohnheiten zu hinterfragen, selbst sinnvolle wie z.B. das Zähneputzen. Das heisst: Im täglichen Leben Automatismen bewusst vermeiden. Morgens um neun trinke ich immer eine Tasse Kaffe: Heute trinke ich ein Glas Milch; morgen trinke ich zwar Kaffee, aber nicht um neun, sondern erst um halb zehn; übermorgen trinke ich gar nichts. Am vierten Tag spüre ich vielleicht, dass ich echte Lust auf einen Kaffee habe – dann trinke ich ihn, und von da an soll es keine Gewohnheit mehr sein, sondern jeden Tag ein bewusstes Mich-Fragen, ob ich wirklich einen Kaffee will.
Es geht nicht darum, die guten Gewohnheiten abzuschaffen, sondern sie in bewusste, überlegte Handlungen überzuführen, und die schlechten Gewohnheiten durch das Bewusstmachen und willentliche Ablehnen mit der Zeit ganz los zu werden.
Es heisst, man soll immer das tun, was gerade zu tun ist: Aber es gibt doch Tätigkeiten, die wertvoller sind als andere. Bestimmt ist es doch wichtiger, ein gutes Buch zu lesen als Wäsche zu bügeln, richtiger einem Mitmenschen zu helfen, anstatt Schuhe zu putzen?
Nein. Das sind Werturteile, die wir oft weniger bei uns selbst, als vielmehr bei unseren Mitmenschen anlegen und uns schnell einmal überlegen, etwas Besseres fühlen, weil wir ein Buch lesen anstatt Hausarbeit zu verrichten.
Wenn der volle Wäschekorb vor dir steht, musst du bügeln. Da gilt keine Ausrede: Meine Frau oder meine Mutter oder die Putzfrau wird es dann schon erledigen; ich lese lieber ein gutes Buch, das bringt mich weiter. Wie willst du weiter kommen, wenn du nicht das Götliche in allem siehst und dir das eine immer noch lieber als das andere ist? Es ist nicht wichtig, was du tust, wichtig ist, wie du es tust: Nämlich immer so gut du es nur kannst. Und wenn du nicht gerne bügelst, dann tue es so lange, bis du es gerne tust, bis du spürst, dass jede Tätigkeit gleich viel wert ist. Was auf dich zukommt, das will getan sein. Mit der Zeit wirst du spüren, was die Dinge von dir erwarten: Wäsche will gebügelt werden. Das ist auch eine Form der Intuition, und es zu tun, dann, wenn es auf dich zukommt, und so gut du nur kannst, das ist Hingabe an das Göttliche.
Ob es sinnvoller ist, einem hilfsbedürftigen Menschen zu helfen oder Schuhe zu putzen, scheint nur auf auf den ersten Blick klar, ist es aber nicht. Jedes Ding hat seine richtige Zeit. Wenn du deine schmutzigen Schuhe herumstehen siehst, keine Lust hast, sie zu putzen, und denkst: “Meine Mutter hatte mich doch einmal gefragt, ob ich sie zum Einkaufen fahre; gut, das tue ich jetzt, das ist doch wichtiger, als Schuhe zu putzen”, dann tust du in diesem Moment eben nicht, was getan werden muss, weil die gute Tat zur Ausrede wird für deine Unlust.
Bist du aber am Schuhe putzen und deine Mutter ruft an und bittet dich, sie sofort zum Bahnhof zu fahren, weil sie sonst den Zug verpasst – dann ist es wohl klar, dass du deine Schuhe liegen lassen darfst!
Tue, was getan werden muss – wenn du damit aufhören sollst, wird das Göttliche dir schon einen Wink geben!
Es heisst doch, wir müssen unsere Wünsche loswerden, denn sie machen unser Ego aus. Dann heisst es wieder, wir müssen auf unsere Wünsche hören und nach ihnen handeln. Was stimmt nun eigentlich?
Beides. Die Wünsche steuern das Verhalten des Menschen. Beim egoischen Menschen sind es egoische Wünsche, beim Menschen auf dem spirituellen Pfad sind die Wünsche die Stimme der Seele. Wenn wir dann eins mit dem Göttlichen sind, werden wir immer ganz genau wissen, was Sein Wille ist, weil wir ihn in uns spüren, nicht einmal mehr in Form einer "inneren Stimme", sondern als ein "Wissen"; vorher hingegen versuchen wir auf diese innere Stimme unserer Seele zu hören, sind aber nicht sicher, ob sie es ist oder diejenige des Egos, und verstehen auch nicht immer richtig, was sie uns sagt. Was sollen wir also tun in unserer Unsicherheit? Einmal befolgen, was wir spüren, und einmal nicht? Wir besitzen keine absoluten Unterscheidungskriterien, aber wir dürfen in die Göttliche Führung vertrauen, die uns Lehren erteilt und alles immer wieder so einrenkt, dass unsere Entwicklung voran geht, egal wie wir uns in einer bestimmten Situation verhalten. Es ist deshalb immer richtig, auf sich selber zu hören, weil wir so oder so daraus lernen für unsere spirituelle Entwicklung und wir keine andere Orientierungsmöglichkeit haben.
Vor allem die Wünsche, die in einer konkreten Situation aufkommen, wenn wir z.B. eine noch so "banale" Entscheidung treffen müssen, entsprechen sicher dem Ausdruck unserer Seele; was wir nach und nach loslassen sollen, sind die Wünsche, die wir bereits als egoisch erkennen: Das ist z.B. der Wunsch nach Anerkennung, geliebt zu werden, alle Wünsche nach einem bestimmten Verhalten anderer Menschen, ferner die Wünsche, die mit unseren Ängsten gekoppelt sind, und diejenigen nach materiellen Gütern, wo unsere Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit davon abhängt, ob ich das Ersehnte bekomme oder nicht. Oft zeigen sich egoische Wünsche in den banalsten Alltagssituationen, ein Beispiel von tausenden soll das verdeutlichen. Du hast im Restaurant einen schwarzen Kaffee bestellt, du bekommst einen Milchkaffe, wobei die Milch schon im Kaffee drin ist. "Ich kann Kaffee mit Milch nicht ausstehen" und du gibst den Kaffee angewidert zurück. Wie wichtig ist doch hier dein Wunsch nach einer bestimmten Speise! Du hättest den Kellner liebevoll, vielleicht mit Humor, auf den Fehler aufmerksam machen sollen (auch das ist wichtig – nicht einfach schweigen!), aber hinzufügen, und zwar nicht mit Überheblichkeit!, dass du den Kaffee trotzdem behältst, so wie er ist; und wenn dein Gaumen sich dann dagegen sträubt, solltest du ihm (und damit deinem Ego) mit Bestimmtheit erklären, dass es nicht so wichtig ist, was er schmeckt, denn es ist ja alles aus der gleichen G öttlichen Substanz.
Nun entdecke zwecks Beseitigung deine egoischen Alltagswünsche und schaffe dir keine Probleme mit den wirklich tiefen Wünschen deiner Seele!
Thema: Zufall / Synchronizität
Vor vielen Jahren habe ich ein interessantes Erlebnis gehabt, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht, von dem ich mir aber nicht vorstellen kann, was es bedeuten soll. Im Fernsehen lief eine wöchentliche Tiersendung. Am ersten Mittwoch war das Thema "Insekten" und die Grabwespen faszinierten mich, weil sie ein Loch in Erde graben, eine mit Gift gelähmte Raupe hineinbringen und ein einziges Ei legen; die geschlüpfte Wespenlarve ernährt sich dann von der lebenden, gelähmten Raupe. Ich hatte noch nie davon gehört. Am nächsten Morgen im Büro rief mich meine Mitarbeiterin ans offene Fenster: Da war eine solche Wespe gerade dabei, in die sandige Erde unseres grossen Kaktus ein Loch zu graben! Eine Woche später war das Thema der Sendung die Fledermaus, auch ein Tier, das mich fasziniert. Am Abend darauf blieb ich lange im Büro, weil ich eine Arbeit fertig stellen wollte, und da es heiss war, standen alle Fenster offen. Eine Fledermaus flog in mein Büro!
Auch in meinem Bekanntenkreis höre ich immer wieder Geschichten dieser Art. Wieso treffen Ereignisse in dieser Weise zusammen?
C.G. Jung, der den Begriff der Synchronizität (relativ zeitnah aufeinander folgende Ereignisse, die nicht über eine Kausalbeziehung verknüpft sind) mitgeprägt hat und sich eingehend damit auseinandersetzte, erzählte eine ganz ähnliche Geschichte mit einem Skarabäus; auch der Physiker Wolfgang Pauli beschäftigte sich damit. Falls dich diese Kuriosität interessiert, findest du im Internet auf der Wikipedia-Site http://de.wikipedia.org/wiki/Synchronizität einen guten Einstieg. Es führte zu weit, das Thema im Rahmen von Sonnwandeln zu diskutieren, zumal es sich um eine "Randerscheinung" des Zufalls handelt, die für unsere innere Entwicklung von untergeordneter Bedeutung scheint.
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