für spirituelle Entwicklung
und Selbstveränderung
Eine Publikation des nada Verlags
Themenübersicht
Nr. 21: Ethik und Moral – Normen, Reglen, Konventionen
Thematischer Überblick
Gesellschaftliche Normen und Regeln haben ihren Wert für das Zusammenleben der Menschen, Ethik und Moral sind wichtige Errungenschaften unserer Kultur. Sie sind jedoch nicht ewig gültige Gesetze und wir haben das Recht, sie zu hinterfragen und gegebenenfalls zu missachten.
Gebote und Verbote werden von den Menschen auch gerne benutzt, um sich sicher zu fühlen und die Eigenverantwortung abzugeben.
Auf unserem spirituellen Weg sind wir jedoch nur uns selbst verantwortlich.
Beispiele für erörterte Detailfragen
• Alle übertreten manchmal Verbote • Der Wert der Gebote und Verbote • Kavaliersdelikte und mehr Schein als Sein • Die Spiritualität steht über der Moral • Den inneren Verhaltenskodex prüfen und verändern • Wir erlassen ständig Verbote und Gebote! • Darf ich Gesetze übertreten, wenn meine innere Stimme es so will? • Darf ich machen, was ich will, solange ich niemandem schade? • Kinder brauchen klare Grenzen • Darf ich Richter sein über andere? •
Entwicklungsziel
Ich achte auf die Normen, Regeln, Konventionen, Wertmassstäbe, denen ich mich unterwerfe, und hinterfrage sie, und zwar die gesellschaftlichen und moralischen ebenso wie die mir von meinem Umfeld (Familie, Freunde) auferlegten.
Über jene, die ich als nicht sinnvoll und unnütz erachte, setze ich mich mutig hinweg.
Leseprobe
Gesetze sind schriftlich festgehalten, Verbote werden öffentlich bekannt gemacht, auch ethische und moralische Konventionen gehören zum Allgemeinwissen in unserem sozialen Umfeld – unbekannt sind uns hingegen viele Vorschriften, die wir in unserem Unbewussten aufbewahren und die von hier unser Denken und Handeln steuern. Gerade weil sie uns nicht bewusst sind, können wir sie nicht hinterfragen und nicht frei entscheiden, ob wir sie (noch) als sinnvoll erachten und sie befolgen wollen.
Dieser innere Verhaltenskodex ist weitaus mächtiger als alle äusseren Gebote und Verbote. Aus den folgenden Gründen ist es so wichtig, ihn ins Bewusstsein zu holen und kritisch zu durchleuchten:
• Wir haben ihn nicht freiwillig gewählt, sondern er wurde in uns „eingepflanzt“, und er enthält alle Vorschriften, die wir je befolgen mussten, um uns vermeintlich angenommen und geliebt zu fühlen („Das darfst du nicht tun“, „Das musst du machen“) – wovon manche nie nützlich waren, andere längst überholt sind.
• Er bestimmt unser Wertesystem, was wir für schön oder hässlich halten, für gut oder böse, für erstrebens- oder ablehnenswürdig und vieles mehr, vor allem auch die Bewertungsskala für uns selbst, zudem alle Urteile, die je ein Mensch über uns gesprochen hat („Das verstehst du nicht“, „Du bist zu dick“, „Du kannst nicht zeichnen“) – sie prägen unsere Einstellungen und Verhaltensweisen und diese gehören möglicherweise nicht zu unserem wahren Wesen.
• Er ist verantwortlich für viele unserer Selbstvorwürfe, Schuldgefühle, Versagensängste und für andere negative Empfindungen, denn wir können unmöglich alle diese hohen unbewussten Standards erfüllen, und dafür, dass wir uns oft selbst bestrafen für unsere vermeintliche Unzulänglichkeit.
• Durch dieses innere Glaubenssystem sehen wir nicht die Wirklichkeit unseres Selbst und der Welt ausserhalb von uns, sondern ein von und in unserem Unbewussten konstruiertes Bild – wir sind gewissermassen blind für alles, was nicht mit diesem Bild übereinstimmt, und übersehen dadurch wichtige Entwicklungsmöglichkeiten und -schritte.
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